Dividendenaktien können solide Erträge ermöglichen und sind daher bei Anlegern gefragt. Aber haben Sie schon einmal von Naturaldividenden oder Dividenden-Aristokraten gehört? Zehn interessante Fakten über Dividenden.

• Dividendenaktien gelten als solide, aber wenig prickelnd.

• Ungeahnte Einblicke erschließen sich Anlegern, wenn sie die Titel unter verschiedenen Perspektiven betrachten.

• Die wichtigste Erkenntnis bleibt aber, dass Dividendenaktien eine solide Basis für jedes Depot bilden können.

1. Dividenden sind keine Zinsen

In Zeiten, in denen Anleihen kaum noch etwas abwerfen oder den Anleger bei Minuszinsen sogar Geld kosten können, sind Dividendenaktien1 eine begehrte Alternative. Auch sie können regelmäßige Einkünfte bieten, wenn auch nicht ganz so verlässlich wie Anleihen. Während festverzinsliche Wertpapiere in Deutschland Ende November 2021 im Durchschnitt eine negative Verzinsung von -0,36 Prozent aufwiesen2, wird bei Unternehmen im deutschen Leitindex DAX3 derzeit eine durchschnittliche Dividendenrendite von über zwei Prozent erwartet.4 Insgesamt schütteten die größten deutschen Aktiengesellschaften im Jahr 2021 34,3 Milliarden Euro5 an ihre Anteilseigner aus. Ein wichtiger Unterschied zwischen Zinsen und Dividenden bleibt jedoch: Bei letzteren besteht für Anleger immer das Kursrisiko der Aktie.

2. Sind Dividenden die halbe Miete?

Den DAX gibt es in zwei Versionen: Einmal als sogenannten Performance-Index, der die Dividendenzahlungen der Unternehmen berücksichtigt (die gängige Variante). Und einmal als Kurs-Index, der lediglich die Wertsteigerungen der Aktien abbildet.  Der Vergleich beider Indizes zeigt: Seit der Einführung des DAX vor gut 30 Jahren ging deutlich mehr als die Hälfte der Wertentwicklung auf das Konto von Dividendenzahlungen. Wer also ausschließlich auf die Kursentwicklung von Aktien geschielt hat, wurde vom gängigeren DAX-Performanceindex positiv überrascht.

Die Dividende kann den Unterschied machen
Während der DAX inklusive Dividenden den Anlegern seit 1998 einen Gewinn von mehr als 1400 Prozent beschert hat, musste sich das reine Kursbarometer mit einem Plus von rund 540 Prozent begnügen.

Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Quelle: Refinitv Eikon Datastream, DWS International GmbH; Stand: 26. November 2021.

3. Adel verpflichtet

Aristokraten zeichnen sich durch besondere Eigenschaften aus. Das ist bei den „Dividenden-Aristokraten“ nicht anders. So werden an der Börse Unternehmen bezeichnet, die seit mindestens 25 Jahren beständig ihre Ausschüttung erhöht haben. Der „Herrschaft der Besten“ – was Aristokratie im ursprünglichen Wortsinn bedeutet – gehören vor allem Aktiengesellschaften aus den USA an, wo Dividenden eine lange Tradition haben. Aber auch einige europäische Unternehmen sind in dem exklusiven Zirkel vertreten.7

4. Vorzugsaktien mit Extra-Kick

Von manchen Unternehmen finden sich zwei verschiedene Aktiengattungen auf dem Kurszettel: Stammaktien und Vorzugsaktien. Beide gewähren den Aktionären gleiche Rechte, außer beim Stimmrecht auf der Hauptversammlung. Dieser Nachteil wird durch einen Zuschlag auf die Dividende ausgeglichen, oder wie es im Gesetz heißt, „einen Vorzug bei der Verteilung des Gewinns“. Der Vorzug kann dabei in einem auf die Aktie vorweg entfallenden Gewinnanteil (Vorabdividende) oder einem erhöhten Gewinnanteil (Mehrdividende) bestehen.

5. Naturaldividende: Das Schmankerl auf der Hauptversammlung

Dividenden in Form von Sachwerten, die auf der oder zur Hauptversammlung verteilt werden, können die Aktienrendite deutlich verbessern. Häufig sind es Produkte oder Gutscheine für Produkte, die das Unternehmen herstellt, also so etwas wie Schokolade, Schreibgeräte oder auch Tickets für eine Bergbahnfahrt. Anders als bei der Bardividende kommt es gewöhnlich nicht auf die Zahl der Anteile an, die ein Aktionär hält. Dadurch lässt sich für ihn mit nur einer Aktie die höchste Naturalrendite erzielen.

6. Wer Dividenden wieder anlegt, kann davon profitieren

Die Wiederanlage von Dividenden ist eine wirkungsvolle Möglichkeit, noch mehr Rendite zu erzielen. Wer die regelmäßigen Ausschüttungen nicht „verfrühstückt“, profitiert vom Zinseszins-Effekt. Er hat zur Folge, dass Erträge nicht nur aus dem ursprünglich eingesetzten Kapital stammen, sondern auch die Erträge selbst wieder für den Anleger arbeiten. So hat der S&P 500 über den Zeitraum von 25 Jahren zwischen 1996 bis 2021 pro Jahr eine Rendite (ohne Dividende) von 8,0 Prozent gebracht. Inklusive Wiederanlage der Dividenden waren es aber 10,1 Prozent.6 Thesaurierende Fonds, also solche, die keine Dividenden ausschütten, übernehmen automatisch die Wiederanlage und sparen dem Anleger damit Zeit und Arbeit.

Wer Dividenden wieder anlegt, hat in der Regel mehr davon
Wieviel Rendite herauskommt, wenn Dividenden über 25 Jahre immer wieder angelegt werden.

Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Ausschüttungen sind nicht garantiert. Die Höhe von Ausschüttungsauszahlungen kann sich ändern bzw. komplett ausfallen. Quelle: Refinitv Eikon Datastream, DWS International GmbH; Stand: 26. November 2021.

7. Aktienrückkäufe: Dividende durch die Hintertüre

Unternehmen können ihre liquiden Mittel zur Zahlung einer Dividende verwenden oder eigene Aktien zurückkaufen. Die Rückkäufe, so das Kalkül, sollen den Aktienkurs antreiben, weil sich die Zahl der umlaufenden Titel reduziert und damit der Unternehmensgewinn auf weniger Anteile verteilt werden muss. Anleger werden so nicht unmittelbar am Erfolg des Unternehmens beteiligt, sondern indirekt über mögliche Kursgewinne und eventuell höhere Dividendenausschüttungen in der Zukunft. Der Vorteil: Während das Finanzamt sofort einen Teil der Dividende einbehält, werden Kursgewinne erst dann besteuert, wenn man die Aktie verkauft. Allerdings: Eine Zusicherung für steigende Kurse – vor allem auf längere Sicht – bieten Aktienrückkäufe nicht. Zudem besteht das Risiko von Kursverlusten.

8. Hunde mit dem richtigen Biss

"Dogs of the Dow"8 ist eine bekannte Anlagestrategie aus den USA. Dieser zufolge investiert man jeden Jahresanfang einen gleich hohen Betrag in die zehn Werte im Dow-Jones-Index mit der höchsten Dividendenrendite. Dahinter steckt die Annahme, dass Unternehmen mit hoher Ausschüttung und niedrigem Kurs unterbewertet sein könnten und daher gegenüber dem breiten Markt über Aufholpotenzial verfügen sollten. Auf lange Sicht hat sich die Strategie bewährt. Wer regelmäßig seit dem 1. Januar 2000 die Dogs-of-the-Dow-Strategie praktizierte, konnte eine Wertsteigerung von durchschnittlich 9,5 Prozent9 pro Jahr erzielen, während der Dow Jones selbst es nur auf durchschnittlich 8,4 Prozent brachte.

9. Vorsicht Falle!

Eine hohe Dividendenrendite bedeutet nicht automatisch, dass eine Aktie auch tatsächlich ein gutes Investment ist. Ist die Rendite zu hoch, um wahr zu sein, spricht man von einer „Dividendenfalle“. Deswegen sollten Anleger sich an weiteren Faktoren orientieren. Wie ist es um Dividendenhistorie und Dividendenwachstum bestellt? War die Dividende längere Zeit höher als das Ergebnis und musste aus den Rücklagen gespeist werden? Wie hat sich der Gewinn in der Vergangenheit entwickelt? Ist die Verschuldung im Branchenmaßstab übermäßig? Blind ausschließlich auf den Dividendenreigen vertrauen sollten Anleger also nicht. Die Gefahr eines Fehlgriffs ist hoch.

10. Ruhiger schlafen mit Dividendenwerten

Dividendenaktien weisen historisch gesehen ein attraktives Rendite-Risiko-Profil auf. Untersuchungen10 haben gezeigt, dass Aktien von Unternehmen, die kontinuierlich ihre Dividende erhöhen, deutlich weniger schwanken als Wertpapiere von anderen Aktiengesellschaften. Das ist ein Grund, warum viele Anlageexperten dazu raten, mit Dividendenaktien die Basis eines Portfolios zu bilden.

Fußnoten:

1 Dividende: Gewinnausschüttung eines Aktienunternehmens an seine Anteilseigner.

2 Quelle: boerse.de (2021): https://www.boerse.de/historische-kurse/Umlaufrendite-Anleihen-Deutschland/XY0000253194 (Zugriff am: 25.11.2021).

3 Der DAX ist der bedeutendste deutsche Aktienindex. Er misst aktuell die Wertentwicklung der 40 größten und liquidesten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes und repräsentiert rund 80 Prozent der Marktkapitalisierung börsennotierter Aktiengesellschaften in Deutschland.

4 Quelle: boerse-online.de (Stand: 19.11.2021): https://www.boerse-online.de/nachrichten/aktien/die-hoechsten-dividendenrenditen-welche-aktien-aus-dax-mdax-und-co-besonders-ueberzeugen-1000520629 (Zugriff am 25.11.2021).

5 Quelle: Statista (2021): https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4761/umfrage/dividendenzahlungen-der-dax-unternehmen/ (Zugriff am 25.11.2021).

6 Die Wertentwicklungen in der Vergangenheit, simuliert oder tatsächlich realisiert, ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Quelle: Refinitv Eikon Datastream, DWS International GmbH, Stand 26.11.2021.

7 Quelle: aktienfinder.net (2021): https://aktienfinder.net/dividenden-aristokraten (Zugriff am: 25.11.2021). (

8 "Dogs of the Dow" ist eine Anlagestrategie für Aktien. Ziel: Die Auswahl von Aktien nach der Höhe der Dividendenrendite soll eine bessere Performance erzielen als der Gesamtmarkt, der durch einen Index abgebildet wird.

9 Quelle: dogsofthedow.com (2021): https://www.dogsofthedow.com/dogyrs.htm (Zugriff am: 25.11.2021).

10 Quelle: Hartfordfunds 2021: The Power of Dividends, https://www.hartfordfunds.com/dam/en/docs/pub/whitepapers/WP106.pdf, S. 6 (Zugriff am: 25.11.2021).

Anlageprodukte:

DWS Top Dividende (DE0009848119)

DWS Invest ESG Equity Income (LU1616932940)

Weltweit vertrauen Kunden der DWS als Anbieter für integrierte Anlagelösungen. Sie wird über das gesamte Spektrum der Anlagedisziplinen hinweg als Quelle für Stabilität und Innovationen geschätzt.

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