E=m*c2: Die Äquivalenz von Energie und Masse ist eine Formel aus Einsteins Relativitätstheorie von 1905. Die Menschheit hat bis heute Energiehunger – enorme Herausforderungen, aber auch Chancen liegen vor uns. Von Peter Dreide, TBF SMART POWER.

Die erste Nutzung von Energie durch Menschen wird auf die Zeit vor 300.000 Jahren geschätzt, wo die ersten Steinzeitmenschen um ein natürlich entstandenes Feuer herumsaßen. Für die Erfindung des ersten Feuerzeugs hat die Menschheit noch 270.000 Jahre benötigt. Bis zur Relativitätstheorie dann weitere 30.000 Jahre. In den letzten 100 Jahren ist sicher viel mehr Technik zur Beherrschung der Energie entwickelt worden als in den 300.000 Jahren zuvor. Und in den vergangenen 10 Jahren mehr als in den 100 Jahren zuvor. Die Entwicklung von Technik beschleunigt sich im exponentiellen Tempo. Man kann sich das an einem einfachen Beispiel verdeutlichen. Kleopatra VII, „unsere“ Kleopatra, lebte zwischen 69 v.Chr. bis 30 v.Chr. und damit näher an der Erfindung des ersten iPhones 2007, als an der Fertigstellung der Cheops Pyramide 2560 v.Chr.

Energie für den Fortschritt

Aber zurück zur Energie. Der Fortschritt benötigt viel Energie. So viel, dass wir mittlerweile durch das eher ungewollte Nebenprodukt der Energieerzeugung des Kohlendioxids eine menschengemachte Klimaerwärmung produzieren. Die Anzahl der Leugner einer Klimaänderung schrumpfen mindestens genauso schnell dahin wie die meisten Gletscher. Wenn wir nichts ändern, dann wird sich die Erde im Schnitt um 5°C bis zum Jahr 2100 erwärmen, mit katastrophalen Folgen für Viele und Vieles. Der Energiehunger der Menschheit wird aber noch weiter steigen, so dass die aktuellen Modellrechnungen möglicherweise noch zu kurz springen.

Die Herausforderungen werden gigantisch sein, und teuer

Think Tanks schätzen, dass der Energiebedarf der Welt sich von aktuell etwa 7600 GW auf 21000 GW bis zum Jahr 2050 fast verdreifachen wird. Der Erzeugungsmix ändert sich radikal von aktuell 11% für Solar, 8% Wind, 15% Wasser und 23% Gas auf 38%, 20%, 7% und 15% respektive. Auch wenn man eventuell die Zuwachsraten von Faktor 9 und Faktor 7 für Solar und Wind erwartet hat, überrascht vielleicht der scheinbare Rückgang bei Wasser und Gas. Tatsächlich ist dieser Rückgang nur scheinbar, denn faktisch steigen die Produktionsleistungen um 25% bzw. 75% bei beiden dieser Primärenergien. Dieser Umbau wird geschätzt weitere $35 Billionen kosten und nochmal $30 Billionen für die Stromnetzinfrastruktur bis 2050. Gigantische Summen, die weltweit investiert werden müssen.

Weltweiter Energieerzeugungsmix – 2019 vs. 2050

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Quelle: Bloomberg/NEF

Allein die EU schätzt, dass mehr als 1.000 Milliarden Euro an Investitionen in Europa nötig sein werden, um das Pariser Klimaziel von maximal 2°C Erwärmung zu schaffen. Man bekommt vielleicht eine ungefähre Vorstellung davon, wieviel Geld unterwegs ist.

Abgesehen von einigen wenigen Öko-Terroristen möchten die meisten Menschen auch nicht wirklich am technischen Fortschritt rütteln. Volkswirtschaften, die auf Pferdekutschen basieren, könnten auch kaum die bald 10 Milliarden Menschen ernähren! Also muss dem gigantischen jährlichen Ausstoß an CO2 auf andere Art beigekommen werden, um das Ziel des Pariser Klimaabkommens von 2015, die globale Erwärmung auf signifikant unter 2°C zu beschränken, zu erreichen.

Investition in die Reduktion des CO2-Ausstoßes

Abgesehen von deutlich steigender Energieeffizienz bei den Energieverbrauchern ist das Heil der Menschheit sicher eher bei der Produktion der Energie mit Hilfe von CO2-neutralen Methoden zu finden. Neutrale „Think Tanks“ wie das BNEF erwarten bei der Umsetzung der bisher beschlossenen Maßnahmen eine Reduktion des globalen CO2 Ausstoßes von 0.7% pro Jahr bis 2050. Das würde aber zu einer Erwärmung von mehr als 3°C führen. Um den Anstieg auf 1.5°C zu begrenzen, müssten die CO2 Emissionen um 10% pro Jahr sinken. Geschätzte USD 120.000 Milliarden an globalen Investitionen wären bis 2050 erforderlich. Der „Green Deal“ der Europäischen Union, der bis zum Jahr 2027 mindestens 100 Milliarden Euro in erneuerbare Energien investieren möchte, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es müssen aber noch viele weitere folgen und vor allem muss der Rest der Welt mitziehen!

Schlüsselfaktoren: Das beschleunigt Dekarbonisierung bzw. Energiewende

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Quelle: Cowen and Company – Equity Research: SUSTAINABLE ENGERY & INDUSTRIAL TECHNOLOGY, März 2021

Noch vor wenigen Monaten hätte sich kaum jemand vorstellen können, dass ausgerechnet ein US-amerikanischer Präsident einen Klimagipfel halten würde, doch genau das ist geschehen. Auch die größten Verfechter eines menschengemachten Klimawandels wissen, dass alle Anstrengungen sich erfolgreich dagegen zu stemmen Makulatur sind, wenn die USA und China nicht mitmachen.

Geht man von einer globalen Wirtschaftsleistung von aktuell in etwa $80 Billionen aus, könnte ein Etat von 5% der Wirtschaftsleistung jedes Landes für die nächsten 30 Jahre diese Summe aufbringen. Ein Lichtblick. Die Welt hätte damit einen voraussichtlichen Anteil von 56% aus erneuerbaren Energien (Photovoltaik und Wind) an der Stromerzeugung. Falls man dann wirklich in die Richtung gehen möchte, dass grüner Wasserstoff die Grundlage einer Wasserstoffgesellschaft werden soll, dann müsste die Welt noch eine Schippe drauflegen und nochmal 50% mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen. Insgesamt müssten bei Annahme der heutigen Technologie die Erzeugungskapazitäten fast verzehnfacht werden, um den Energiehunger der Welt zu stillen und grünen Wasserstoff in ausreichendem Masse zu produzieren.

Aufbau eines Smart Grids zur Energieverteilung

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Quelle: TBF

TBF SMART POWER: Fokus auf sechs attraktive Themenfelder der Transformation

Wir haben sechs Themenfelder identifiziert, die alle adressiert werden müssen, um den Umbau erfolgreich voranzubringen: Energieversorger/LNG, Grundstoffe/Batterien, Emerging Technologies/Renewables, Stromnetz Infrastruktur, E-Mobilität, Energieeffizienz. Wir haben über 30 Einzeltitel in diesen Sektoren identifiziert und analysiert als Investition im TBF SMART POWER. Aktuell vermeiden wir Titel aus dem Segment Wasserstoff, da sich hier die Bewertungen sehr weit von dem in unseren Augen fairen Wert entfernt haben. Wasserstoff ist sehr in Mode und aktuell nichts für uns. Unser Hauptaugenmerk gilt soliden großen Unternehmen mit einem hohen Grad an ESG-Bekenntnis, guter Kommunikationskultur und möglichst hohem Free Cash-Flow. Unternehmen, die ein Geschäftsmodell haben, das keine CO2 Reduktion auf das Pariser Ziel hinbekommen kann, haben im TBF SMART POWER keinen Platz. Nur so haben wir es schaffen können, unser FNG Siegel, welches wir im Jahr 2020 und 2021 verliehen bekommen haben, auf für 2022 zu halten, und ein solides ESG-Rating von MSCI zu erlangen. Aktuell hat der TBF SMART POWER ein „AA“-Rating, aber das ist nicht das Ziel, sondern nur die Konsequenz aus unserem Handeln. Die Anleger können dies immer transparent anhand des monatlichen ESG-Factsheets nachverfolgen.

Anlageprodukte:

TBF SMART POWER EUR (DE000A0RHHC8)

Seit der Gründung im Jahr 2000 durch Peter Dreide agiert TBF als inhabergeführtes Unternehmen unabhängig von den Modeerscheinungen des Kapitalmarktes. Diese Unabhängigkeit gibt TBF die Freiheit, die eigenen Werte und Anlagestrategien ausschließlich im Sinne der Investoren umzusetzen.

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