Wie können Anleger zum Ziel einer dekarbonisierten Gesellschaft beitragen? Der reine Fokus auf Firmen mit geringem CO2-Verbrauch genügt nicht – gefragt sind die wachstumsstarken Klimaretter von morgen.

„Firmen mit einem höheren CO2-Ausstoß fliegen aus dem Portfolio“: Ein solcher Vermeidungs-Ansatz greift deutlich zu kurz, denn er verstellt die Sicht auf die wahren Herausforderungen. Nur mit einer gesamtgesellschaftlichen Verringerung von CO2-Emissionen lässt sich das globale Netto-Null-Ziel erreichen. Damit erweitert sich der Anlagefokus auf Unternehmen, deren Technologien und Lösungen zur schrittweisen Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen beitragen können – und so den eigenen Fußabdruck überkompensieren.

Warum der CO2-Fußabdruck eine unvollständige Kennzahl ist

Fußabdrücke einzelner Unternehmen konzentrieren sich auf die Emissionen, die im Geschäftsbetrieb entstehen. Diese werden in drei Bereiche eingeteilt, die „Scopes“: direkte Emissionen, indirekte Emissionen und Emissionen in der Lieferkette.

Nicht berücksichtigt wird bei dieser Betrachtung, in welchem Maße die hergestellten Produkte zur Verringerung von CO2-Emissionen beitragen. Ein Beispiel: Bei der Produktion von Dämmplatten fallen Emissionen an – diese fließen in den CO2-Fußabdruck des Herstellers ein. Doch die jahrzehntelange Einsparwirkung der in einem Gebäude verbauten Dämmplatten wird nicht erfasst. CO2-Fußabdrücke blenden daher die gesellschaftlichen Auswirkungen aus, die Produkte auf die globale Dekarbonisierung haben.

Und Tatsache ist: Viele Lösungsanbieter für den Klimaschutz vermeiden mehr Kohlenstoffemissionen, als sie durch ihre Tätigkeit erzeugen.

Um das zu erfassen, haben wir eine eigene Bewertungsmatrix für die Lösungen und Technologien entwickelt, in die der Fidelity Sustainable Climate Solutions Fund investiert. Zwei Beispiele zeigen, zu welchen Ergebnissen das in der Praxis führt.

Beispiel 1: Wuxi Lead Intelligent Equipment

Die Produkte des Erstausrüsters von Batterien für Elektrofahrzeuge tragen zur Dekarbonisierung bei, indem sie die Elektrifizierung des Verkehrs erleichtern. Doch in welchem Maße gleicht dies die CO2-Emissionen von Wuxi aus?

Das haben wir anhand von Unternehmensberichten, Branchendaten und grundlegenden Modellen analysiert (Abbildung 1). Herangezogen wird dazu die Anzahl der Fahrzeuge mit Wuxi-Komponenten, die jährlichen Gesamtemissionen von durchschnittlichen Elektrofahrzeugen und Wagen mit Verbrennungsmotor sowie der gegenwärtige globale Stromerzeugungsmix. Das Ergebnis: Die Wuxi-Produkte gleichen die Emissionen des Unternehmens mehr als aus.

Beispiel 2: Kingspan

Kingspan ist ein führender Hersteller von Dämmprodukten für Gebäude. Eine solche Gebäudedämmung senkt den Energieverbrauch, was wiederum die CO2-Emissionen reduziert und zur Dekarbonisierung beiträgt.

Auch hier haben wir die resultierende CO2-Vermeidung berechnet. Der Ausgangspunkt: Die Dämmstoffe des Unternehmens verringern den Bedarf an Energie aus fossilen Brennstoffen. Das Saldo fällt – noch deutlicher als bei Wuxi – zugunsten von Kingspan aus: Die Produkte vermeiden erheblich mehr CO2, als das Unternehmen insgesamt ausstößt.

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Quelle: Fidelity International, 31. Juli 2021. Die Bezugnahme auf bestimmte Wertpapiere ist nicht als Empfehlung zum Kauf oder Verkauf dieser Wertpapiere zu verstehen und dient lediglich der Veranschaulichung.

Warum sind die Projektionen für 2025 höher? Weil die vermiedenen CO2-Emissionen voraussichtlich steigen werden – aufgrund zunehmender Investitionen und staatlicher Unterstützung.

Ein aktives Dekarbonisierungskonzept ist unerlässlich für ein Netto-Null-Szenario

Der Fidelity Sustainable Climate Solutions Fund hat mehr als 20 Lösungen zur Dekarbonisierung identifiziert. Diese lassen sich vorläufig in fünf große Gruppen einteilen: Transport, Energie, Industrie, Gebäude und Verbraucher. Hier wird der Unterschied zu anderen Klimafonds deutlich, die vom Klimawandel profitieren wollen und CO2-intensive Sektoren meiden: Der Fonds zielt darauf, in Lösungen zur Dekarbonisierung aller Aspekte unseres Lebens zu investieren.

Auch auf Fondsebene lässt sich dieses Rechenmodell anwenden. Ergebnis: Rund 2.458 Tonnen CO2-Emissionen können durch die Dekarbonisierungslösungen der Portfoliofirmen des Fidelity Climate Solutions Fund vermieden werden – und das für jede Million US-Dollar Anlagevolumen. Dies entspricht etwa 4.200 Flügen von London nach New York für jede investierte Million!

Und wie sähe es aus, wenn man sich ausschließlich auf den CO2-Fußabdruck des Fonds konzentrieren würde? Dann käme man auf 109 Tonnen CO2-Emissionen pro Million Dollar Anlagevolumen (Abbildung 2). Das ist nicht einmal ein Zwanzigstel des oben berechneten vermiedenen Volumens. Der Fidelity Sustainable Climate Solutions Fund selbst gleicht seinen Fußabdruck also ebenfalls mehr als aus.

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Quelle: Fidelity International, S&P Trucost Limited © Trucost 2021, 30. Juni 2021 für die ersten beiden Datenpunkte und Fidelity International, 30. Juni 2021 für den letzten Datenpunkt. Alle Rechte an den Trucost-Daten und -Berichten liegen bei Trucost und/oder ihren Lizenzgebern. Weder Trucost, noch ihre Tochtergesellschaften, noch ihre Lizenzgeber übernehmen irgendeine Haftung für Fehler, Auslassungen oder Unterbrechungen in den Trucost Daten und/oder Berichten. Die Weiterverbreitung der Daten und/oder Berichte ist ohne die ausdrückliche schriftliche Zustimmung von Trucost nicht gestattet. Basierend auf Daten, die für 100 % des Portfolios und 100 % der Bestände des MSCI AC World (ACWI) Index zum 30. Juni 2021 verfügbar sind. *Einheiten: Kohlenstoffemissionen des Fonds/Eigene Einnahmen (tCO2e/USD Mio.).

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Die Sektoren mit den höchsten CO2-Emissionen – wie Industrie, Energie und Versorgungsunternehmen – eröffnen den größten Spielraum für eine breit angelegte Dekarbonisierung. Als Investor sehen wir es daher als unsere Verantwortung an, uns für die besten Praktiken zur CO2-Reduzierung einzusetzen. Dazu gehört auch, dass wir unser Stimmrecht bei Unternehmensversammlungen ausüben. Wir sind bestrebt, die Dekarbonisierung von Unternehmen zu fördern, indem wir klimarelevante Governance-Strukturen durchsetzen und die Einführung von kohlenstoffarmen Lösungen unterstützen.

Fazit

Die Welt auf ein Netto-Null-Szenario hin ausrichten: Dies kann nur durch Investitionen in Lösungen und Technologien erreicht werden, die einen schrittweisen Wandel bei der Dekarbonisierung vorantreiben. Anlagen in Firmen mit „kleinen“ CO2-Fußabdrücke haben dagegen vergleichsweise minimale Auswirkungen.

Der Fidelity Sustainable Climate Solutions Fund konzentriert sich daher auf die Verringerung des CO2-Ausstoßes – nicht auf die Vermeidung. Der Fonds wendet einen robusten Anlageprozess an, um entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Dekarbonisierungslösungen zu investieren. Der Schwerpunkt liegt auf wachstumsstarken Firmen aus Branchen mit hohen Eintrittsbarrieren, die von einer überlegenen Technologie oder Innovationen profitieren. Solche Unternehmen mit einem klaren Wettbewerbsvorteil sind einem geringeren Preis- und Margendruck ausgesetzt. So haben sie gute Chancen, attraktive Renditen zu erzielen – und langfristig nachhaltig Wert zu schaffen.

Anlageprodukte:

Fidelity Sustainable Climate Solutions Fund (LU2348335964)

Fidelity International bietet Investmentlösungen für institutionelle Anleger, Privatanleger und deren Berater. Das inhabergeführte Unternehmen verfügt über ein einzigartiges Research-Netzwerk und ist an allen bedeutenden Finanzmärkten vertreten.

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