Immer stärker nehmen Algorithmen Einfluss auf unseren Alltag. Manchmal weiß das Smartphone schon vor uns, was wir als nächstes machen wollen. Die Durchdringung vieler Lebensbereiche durch Künstliche Intelligenz (KI) bietet auch interessante Anlagemöglichkeiten.

Ein Algorithmus als Boss?

Auch die Arbeitswelt revolutioniert sich mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Die so genannte Gig Economy gilt als Wiege des Algorithmic Management und steht dafür, dass kleine Aufträge und Gelegenheitsarbeiten kurzfristig an Selbständige vergeben werden. Die Gig Economy zeichnet sich aus durch eine extrem flexible Gestaltung der Vertragsbeziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie durch das Management der Mitarbeiterteams über elektronische oder algorithmische Plattformen, die auf Datenmodellen basieren.

Künstliche Intelligenz spielt dabei eine wesentliche Rolle. Ermöglicht sie doch die Bewältigung mehrerer Herausforderungen, die sonst nur schwer zu lösen sind. Sie schafft Modelle zur optimierten Abstimmung von nachgefragten individuellen Arbeits- oder Lieferaufträgen und der Verfügbarkeit eines Teams aus unabhängigen Mitarbeitern. Sie kann bei der Bewertung selbständiger Mitarbeiter unterstützen, denn sie erbringen ihre Leistungen außerhalb des Unternehmens und lassen sich daher weniger gut beaufsichtigen. Unternehmen, die Algorithmic Management einsetzen, sind häufig im Bereich der Fahrtenvermittlung (Uber, Lyft, Yandex, Didi) oder der Essenslieferung (Doordash, Just Eat Take Away oder Deliveroo) tätig. Ihre Algorithmen sind die Quelle ihres Wettbewerbsvorteils. Dies macht sie entsprechend undurchsichtig, was Regulierungsfragen in Bezug auf ihre Geschäftsmodelle aufwirft.

Algorithmic Management kommt meist nicht als eine Ergänzung zu klassischen Methoden der Mitarbeiterführung zum Einsatz, sondern als deren Ersatz. Die Vorteile liegen auf der Hand:

a)    Senkung der Managementkosten 
b)    Optimierung der Produktivität bei der Schichtwechselplanung 
c)    Objektivierung von Entscheidungen auf der Grundlage von Datenmodellen anstelle von Intuition 
d)    Abkehr von subjektiven Bewertungen und anderen Formen der Vetternwirtschaft.

Die Anwendungsbeispiele sind unterschiedlich. So können Fahrpreise in Phasen mit hoher Nachfrage angehoben werden, um den Fahrern Arbeitsanreize zu bieten. Kunden wiederum können ihren Fahrer losgelöst von jeglicher Beaufsichtigung durch das Management bewerten. Lieferdienste geben Richtzeiten für Auslieferungen von, nach der die Leistung gemessen wird. Andere Unternehmen ermutigen Benutzer dazu, Bewertungen zu schreiben, indem sie sie mit einem höheren Status locken.

KI erreicht die Personalfunktion jenseits der Gig Economy

Das Algorithmic Management (und somit auch die Gig Economy) ist in letzter Zeit aus mehreren Gründen in die Kritik geraten. Die Vorwürfe: 1) Es führt zu einer gewissen Entmenschlichung der Managementfunktion. 2) Eine mögliche Folge ist, dass sich die freien Mitarbeiter ständig bewertet oder auf Schritt und Tritt beobachtet fühlen. 3) Es schafft ein Ungleichgewicht zwischen den Daten, die über die Mitarbeiter erfasst werden, und den Daten, die diese im Gegenzug erhalten.

Und dennoch scheint die künstliche Intelligenz auch bei der Personalverwaltung in traditionellen Unternehmen immer mehr an Bedeutung zu gewinnen. Laut einer Studie haben 40% der internationalen Konzerne bereits in KI-Tools investiert, um ihre Personalmanagementtechniken zu ergänzen, z.B. bei der Rekrutierung, bei der Identifizierung von kündigungswilligen Kandidaten (Workday) oder bei der automatisierten Analyse von Stimme und Gesichtsausdrücken bei videogestützten Bewerbungsgesprächen (Hirevue).

Einfluss auf alle Sektoren der Wirtschaft

In ähnlicher Weise beeinflusst Künstliche Intelligenz mittlerweile alle Sektoren der Wirtschaft. Den Tech-Riesen steht eine Vielzahl kleinerer Akteure gegenüber, die auf schnell wachsende Nischen spezialisiert sind. Aber auch viele Unternehmen außerhalb des Technologiesektors sind direkt an der KI-Wertschöpfungskette beteiligt oder nutzen KI, um ihre Wertschöpfungskette zu optimieren. Es gilt derart viele Akteure, Nachrichten, Innovationen und Informationen im Blick zu halten, dass es herausfordernd ist, die interessantesten Aktien auszuwählen. Der Fonds ODDO BHF Artificial Intelligence nutzt KI daher in Form von Natural Language Processing (NLP), also der semantischen und Tonalitäts-Analyse unstrukturierter Daten, um daraus Ideen für ein themenbezogenes Investment abzuleiten. Ein kontinuierlicher Dialog zwischen Fondsmanagement und KI-Entwicklern trägt zur Weiterentwicklung der Algorithmen bei. Das Design eines KI-Algorithmus erlaubt es aber nicht, komplett auf menschliches Management zu verzichten, insbesondere in Ausnahmesituationen wie einem globalen Marktcrash oder der schnellen Erholungsphase nach der Pandemie. Die Zukunft liegt in der Kombination von KI-gesteuerten Investmentprozessen mit menschlichem Risikomanagement. Diese Kombination ermöglicht es Anlegern auf einzigartige Weise, mit einer zukunftsgerichteten Herangehensweise von einem langfristigen Wachstumssektor zu profitieren.

Anlageprodukte:

ODDO BHF Artificial Intelligence (LU1919842267)
 

ODDO BHF Asset Management ist Teil der 1849 gegründeten, unabhängigen deutsch-französischen Finanzgruppe ODDO BHF. ODDO BHF AM ist ein führender Vermögensverwalter in Europa. Das Unternehmen umfasst verschiedene Gesellschaften in Deutschland, Frankreich und Luxemburg, die zusammen 58,4 Mrd. € verwalten.

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