Seit fast 30 Jahren ist der Home Bias von Anlegern Thema der Behavioral Finance- Forschung. Ein kurzer Überblick über die wichtigsten Ergebnisse. Lesedauer: 1 Min.

Den Home Bias, also ein positives Vorurteil zugunsten des Heimatlandes, haben Kenneth R. French und James M. Poterba 1991 erstmals nachgewiesen: Demnach machten US-Aktien 94% am Aktienportfolio eines US-Amerikaners aus, in Großbritannien entfielen 82% auf heimische Werte, in Japan sogar 98%. Mittels eines Modells, das Anlegerpräferenzen und Anlegerverhalten abbildet, zeigten sie, dass Anleger die Rendite für ein Investment in heimischen Aktien mehrere hundert Basispunkte höher einschätzten als in anderen Märkten.1

Behavioral Finance: Was steckt hinter dem Home Bias?

Später wurde der Home Bias weiter untersucht: So ließen Michael Kilka und Martin Weber 1997 amerikanische und deutsche Studenten die Renditeentwicklung und das Risiko von amerikanischen und deutschen Aktien bewerten. Die Schätzungen waren jeweils zugunsten der heimischen Aktien verzerrt.2 Detaillierte Forschung folgte:

  • Katrin Fischer wies einen „Overconfidence”-Effekt bei der Auswahl von Aktien aus dem Heimatland nach.3
  • Helmut Jungermann identifizierte einen „Ambiguitäts“-Effekt: Anleger kauften möglichst wenig Aktien von unbekannten und unvertrauten Unternehmen, selbst wenn ihnen ausreichend Informationen über Renditen und Risiken zur Verfügung standen.4

Jeder Home Bias in Anlegerportfolios wird langfristig zu Lasten von Rendite oder Risiko gehen. Besonders Anleger aus Deutschland sollten sich nicht zu sehr auf heimische Wertpapiere konzentrieren und sich in falscher Sicherheit wiegen (Mehr dazu: Hier.)


1 Kenneth R. French, James M. Poterba: Investor Diversification and International Equity Markets, NBER Working Paper No. 3609, Januar 1991.
2 Michael Kilka/Martin Weber: Home Bias in International Stock Return Expectations, Journal of Psychology and Financial Markets, 1997.
3 Katrin Fischer: Overconfidence, WISU, 35, 2006.
4 Helmut Jungermann: Der Ambiguitäts-Effekt, WISU, 33, 2004.

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