Fast unvorstellbar im Corona-geplagten Europa: Um 4,9 Prozent ist Chinas Wirtschaft im dritten Quartal gewachsen. Das Land und die gesamte Region scheinen glimpflich durch die Krise zu kommen – und wachsen weiter in eine weltweite Führungsrolle hinein. Lesedauer 3 – 4 Min.

Wer auf chinesische Aktien gesetzt und während des Corona-Crashs die Nerven bewahrt hatte, konnte sich freuen: Chinas Aktien gehören zu den Top-Performern in diesem Jahr. So kam der MSCI China bis Ende September auf ein Plus von knapp 18 Prozent, der Weltindex MSCI ACWI hingegen „nur“ auf 1,8 Prozent.1

In Asien nahm die Pandemie ihren Anfang und Asien hat die erste Welle der Pandemie früh hinter sich gelassen. Nun scheint auch die zweite Welle besser unter Kontrolle – oder blieb ganz aus. So herrschte in China im Oktober schon wieder „Business as usual“, während in Europa Tag für Tag neue Rekorde bei den Neuinfiziertenzahlen gemeldet wurden. „In Klubs zu feiern, ist längst wieder möglich“, schrieb der Peking-Korrespondent des Spiegel.2 „Eine Infektion ist in etwa so wahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto.“

Virus-erfahren, aber auch radikalen Maßnahmen nicht abgeneigt

Beobachter vermuten, dass Asien – Ausnahme ist Indien – von seinen Erfahrungen mit anderen Pandemien profitiert, etwa mit SARS, MERS, der Vogelgrippe und Zika. Außerdem einigten sich asiatische Länder schnell auf international einheitliche Gesundheitsstandards und setzten diese rasch um. Ein noch wichtigerer Aspekt ist aber wohl die rigide staatliche Lenkung und Überwachung von Gesundheitsdaten und Bewegungsprofilen und radikale Maßnahmen wie die Abriegelung ganzer Städte und Provinzen oder Zwangsquarantänen mit Androhung hoher Strafen.

China: Wirtschaftswachstum – auch im Corona-Jahr

Der Erfolg Chinas bei der Pandemiebekämpfung macht sich auch im Wirtschaftswachstum bemerkbar. Ein Plus von 4,9 Prozent meldete die Pekinger Statistikbehörde für das dritte Quartal nach 3,2 Prozent im zweiten. Damit ist der heftige Einbruch von 6,8 Prozent im ersten Quartal schon wieder wettgemacht.3

BIP-Wachstum 2020 – nur in China (Grafik als Download verfügbar)
Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP): Länder und Regionen im Vergleich

Quelle: DIW Berlin, September 2020

Für das Gesamtjahr prognostiziert das DIW Berlin dem Reich der Mitte ein BIP-Plus von 1,4 Prozent. Damit steht das Land weltweit ganz alleine da: Für alle anderen wichtigen Länder rechnet das DIW mit einem BIP-Rückgang: für die USA zum Beispiel um 4,9 Prozent, für Japan um 6 Prozent, für die Eurozone sogar um 9 Prozent.4 Die Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IMF) weichen geringfügig ab, weisen aber in dieselbe Richtung: China wird wohl 2020 die einzige Wirtschaftsnation bleiben, die von Corona nicht von ihrem Wachstumspfad abgebracht wurde.5

Führungsrolle Asiens: langfristig ausgebaut

Im Jahr 2021 erwartet der IWF für China sogar ein Wachstum von 8,2 Prozent.5 Neu ist der Trend nicht. Vielmehr setzt sich die Entwicklung der vergangenen 15 Jahre fort. China ist schon lange Zugpferd der Weltwirtschaft. Das Land steht dabei längst nicht mehr für Billigprodukte, minderwertige Waren oder gar Plagiate. China wächst immer mehr in die Rolle als weltweiter Technologieführer.

China: in Schlüsseltechnologien auf dem Vormarsch

In manchen Bereichen hat China selbst im Vergleich zu den USA, deren Plattformen gerade durch die Pandemie einen Extra-Schub erhalten haben (mehr dazu: hier), bereits heute einen Vorsprung. So sind volldigitale Zahlungsmethoden weiter verbreitet als anderswo auf der Welt. Selbst das hierzulande noch als Innovation geltende kontaktlose Zahlen mit Karte ist damit schon von gestern.

China in Vorreiterrolle bei Perspektivtechnologien (Grafik als Download verfügbar)
Beispiel Zahlungssysteme: E-Börsen verdrängen konventionelle Zahlungsmethoden

Quelle: Statista, Digital Market Outlook 2020

Auch in der Anwendung von Industrierobotern oder dem Aufbau mobiler Datennetze gehören das Land und die Region weltweit zur Spitzengruppe. Zugute kommen China und einigen anderen asiatischen Ländern zudem die vergleichsweise stabilen Regierungen, eine große Technologieaffinität der Bevölkerung, die Urbanisierung und der wachsende Mittelstand sowie die oft vorteilhafte demografische Entwicklung – Ausnahme ist hier China selbst.

Wachstumschancen Asiens im Blick behalten

Asien ist mit diesen Voraussetzungen mehr als Krisengewinner. Asien bietet einige der besten Wachstumschancen – und das eben nicht nur dank der schnelleren Rückkehr zum wirtschaftlichen Alltag. Für Berater und Anleger heißt das, dass Asien nicht ignoriert werden kann. Ein verengter Blick allein auf die Heimatmärkte, auf Europa und die westliche Welt, schließt große Wachstums- und Renditepotenziale aus (mehr zum Home Bias: hier). Chancen könnten sich besonders in den Bereichen Gesundheit, Versicherungen, E-Commerce und Mobile Payments ergeben oder etwa in der Infrastruktur, in die die Staaten wieder vermehrt investieren. Auch im Konsum- und Unterhaltungsbereich dürfte nach der Krise Nachholbedarf bestehen.

Mit Fonds regionale Schwerpunkte setzen oder global flexibel anlegen

Aus Sicht der Anlageberatung könnte es sich daher lohnen, in den Anlageportfolios von Kunden asiatische Märkte höher zu gewichten als in der Vergangenheit. Fokussierte Länder- und Regionenfonds bieten hierzu bei vielen der namhaften Fondsanbieter eine große Auswahl an Möglichkeiten. Alternativ können auch global investierende Fonds ausgewählt werden, deren Strategie aktive und flexible Allokationsentscheidungen mit Schwerpunktsetzung auf besonders attraktive Unternehmen und Märkte ermöglicht.

Quellen:
1 Quelle: Datastream/Refinitiv, 31.09.2020
2 Quelle: Spiegel.de, 18.10.2020
3 Quelle: Handelsblatt 19.10.2020
4 Quelle: DIW Berlin, September 2020
5 Quelle: IMF World Economic Outlook Okt. 2020

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