Marktwirtschaften sind geprägt durch Konjunkturzyklen, die immer wieder durchlaufen werden. Zurückgehend auf den einflussreichen Nationalökonomen Joseph Schumpeter, werden seit Beginn des 20. Jahrhunderts vier Konjunkturphasen unterschieden. Rezession ist eine davon. Lesedauer 3 – 4 Min.

Die wirtschaftliche Entwicklung vollzieht sich nicht geradlinig. Die meisten Ökonomen gehen heute von einer immer wieder durchlaufenen Abfolge von Phasen aus. Deshalb sprechen sie von einem Konjunkturzyklus.

Die vier Konjunkturphasen (Grafik als Download verfügbar)

Die vier Phasen des Konjunkturzyklus lassen sich kurz so charakterisieren:

1. Der Aufschwung (Erholung oder Expansionsphase) ist durch verbesserte Kapazitätsauslastung, steigende private Investitionen und Beschäftigung, zunehmendes Volkseinkommen und erhöhten privaten Konsum gekennzeichnet.

2. Dem folgt der Boom (Hochkonjunktur), hier sind die Produktionsfaktoren mehr als im Trend üblich ausgelastet.

3. Nach Erreichen des oberen Wendepunkts geht die Entwicklung in eine Rezession (Abschwung) über, gekennzeichnet durch einen Rückgang der privaten Investitionen, höhere Arbeitslosigkeit und einen stagnierenden Konsum. Gewinne und Beschäftigung sinken, Unternehmen geraten in Schwierigkeiten.

4. Die Phase vor dem unteren Wendepunkt ist die Depression (Krise), unter anderem gekennzeichnet durch hohe Arbeitslosigkeit, geringe Kapazitätsauslastung und Investitionen.1 Im Schema des Konjunkturzyklus markiert die Depression den Wendepunkt nach oben.

Wirklich krisenhafte Entwicklungen, die viele landläufig mit dem Begriff der Depression verbinden (z. B. die Große Depression vor dem Zweiten Weltkrieg im Nachgang zum Börsencrash 1929) sind historisch die große Ausnahme.

Definition von Rezession – ein uneinheitliches Bild

Es gibt unterschiedliche Definitionen dessen, was die jeweiligen Phasen ausmacht – je nach zugrunde gelegter Theorie, verfügbaren Indikatoren und den für die einzelnen Volkswirtschaften maßgeblichen Gremien. Beispiel Rezession: Während hierzulande zwei aufeinanderfolgende Quartale mit gleichbleibendem oder fallendem BIP als definierendes Merkmal einer Rezession gelten, sieht es in den USA anders aus. Dort hat das Nationale Statistikbüro z. B. eine Rezession definiert als „deutlicher Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität in vielen Bereichen, der mehr als ein paar Monate andauert, in der Regel erkennbar im realen BIP, Realeinkommen, in Arbeitslosenzahlen, Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätzen“.2 Unabhängig von der exakten Definition des Begriffs Rezession ist seine Bedeutung für Anleger. Da die Entwicklung von Aktienkursen durch die Gewinnentwicklung der Unternehmen mitbestimmt wird und Unternehmensentwicklung zum Teil stark konjunkturabhängig ist, besteht ein Zusammenhang. Im Detail ist dieser für Anleger durchaus überraschend.

Variationen des Konjunkturzyklus

Klar sollte sein: Rezession ist Teil des wiederkehrenden Zyklus der wirtschaftlichen Entwicklung. Rezession im Sinne der Ökonomen ist damit nicht das, was im Bewusstsein vieler damit verbunden wird: die Große Depression der 1920er Jahre. Der Konjunkturzyklus ist allerdings eine Abstraktion. Die Realität sieht längst nicht so gleichmäßig aus, wie das Schema es vermuten lassen könnte. Die Abgrenzung und Länge der Konjunkturphasen oder die Tiefe der Einschnitte können variieren. So können etwa Rezessions- und Depressionsphasen dann länger und tiefer ausgeprägt sein, wenn sich konjunktureller Abschwung mit strukturellen Problemen überlagert. Andererseits können Erholungsphasen steiler und kürzer verlaufen, wenn ein externer Faktor maßgeblich zur vorherigen Verlangsamung der Wirtschaft beigetragen hat (wie ein Naturereignis oder ein epidemisches Geschehen) und dieser wieder entfällt.

Quellen:
1 Gablers Wirtschaftslexikon online, November 2019.
2 National Bureau of Economic Research/USA, Januar 2008.

Wichtige Information: Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Marketing-Information. Die FIL Fondsbank GmbH (FFB) veröffentlicht ausschließlich produktbezogene Informationen und erteilt keine Anlageempfehlung/Anlageberatung. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Erträge. Der Wert der Anteile kann schwanken und wird nicht garantiert. Alle geäußerten Meinungen sind, falls keine anderen Quellen genannt werden, die der FFB. Diese Informationen dürfen - mit Ausnahme der zum Download bereitgestellten Dokumente und Grafiken - ohne vorherige Erlaubnis weder reproduziert noch veröffentlicht werden. Fidelity, Fidelity International steht für FIL Limited (FIL) und ihre jeweiligen Tochtergesellschaften. Fidelity, Fidelity International, das FFB Logo und das F Symbol sind Marken von FIL Limited und werden mit deren Zustimmung verwendet. Möchten Sie in Zukunft keine weiteren Werbemitteilungen von uns erhalten, bitten wir Sie um Ihre schriftliche Mitteilung an den Herausgeber dieser Unterlage. Herausgeber: FIL Fondsbank GmbH, Postfach 11 06 63, 60041 Frankfurt am Main. Stand: 06.2020

MK11006

Strategien für Ihre Kundenportfolios:

Trading-Apps, Gamestop & Co. – braucht man noch Aktienfonds? | Main…

Aktienhandel für die Hosentasche: Die besten Trading-Apps


MainFirst

MainFirst

Experten-Gastbeitrag

Asien: Globaler Motor für Innovation und Disruption

Unsere Welt wandelt sich rasant, nicht erst seit Corona. Unternehmen aus Fern…


DPAM

DPAM

Experten-Gastbeitrag

Mobile Revolution: Überholspur oder Standstreifen?

Die Corona-Impfstoffe sind auf der Zielgeraden. Ist damit die Zeit der „Stay-…


Fidelity

Fidelity

Experten-Gastbeitrag