Profi-Investoren tun es: Sie nutzen sogenannte „Kaufkurse“ nach starken Korrekturen oder Kurseinbrüchen und investieren gerade dann weiteres Kapital, um so von nachfolgenden Aufschwüngen an Anlagemärkten zu profitieren. Privatanleger sind häufig in Krisenzeiten verunsichert, fliehen mitunter sogar überstürzt, aber oft zu spät aus ihrem Investment und kapitalisieren auf diese Weise Verluste.

Umgekehrt zögern sie, bei dann günstigen Kursen Folgeinvestitionen mit weiterem Kapital zu tätigen, selbst wenn es eigentlich verfügbar wäre. Oder sie versäumen es rechtzeitig wieder einzusteigen. Was sie hemmt, ist eine starke Verlustaversion, ein Phänomen, das in der Behavioral Finance-Forschung immer wieder bestätigt wird. Sie fürchten, zu früh in eventuell weiter fallende Märkte zu investieren und auf diese Weise „noch mehr Geld zu verlieren“.

Handeln für die Wiederaufholung im Depot

Doch das Gegenteil dieser Befürchtungen ist Fall: Wer investiert, wenn Kurse stark gefallen sind, hat beste Chancen, zwischenzeitliche Verluste in seinem Depot schneller auszugleichen, als jemand, der zögert und verfügbares weiteres Kapital nicht investiert. Denn es kann als sicher gelten: Die Märkte, in die investiert wird, erholen sich mit der Zeit und erreichen neue Höchststände. Zumindest historisch war das an allen bedeutenden Aktienmärkten und nach jeder Krise, gleich welcher Art, der Fall. Nach zwischenzeitlichen Kursverlusten – und waren sie auch noch so massiv – wurden häufig sogar relativ schnell neue All-Time-Highs erreicht. Nur wer ernsthaft glaubt, dass sich die Weltwirtschaft nie mehr erholen wird, kann sich dieser Einsicht verschließen.

Konkretes Beispiel: Globale Finanzkrise 2007/8

Investieren oder an der Seitenlinie bleiben? Vor dieser Frage stehen Anleger immer wieder – gerade in Krisenzeiten und nach Verlusten, die sie an Anlagemärkten beobachtet oder selbst erlitten haben. Die bange Frage „wieviel Geld habe ich noch“ richtet sich auf den Gesamtwert, den der Anleger im Blick hat. Also: Depotwert des investierten Kapitals + Kapital auf Konten (wie zum Beispiel dem Abwicklungskonto eines FFB FondsdepotPlus).

Verdeutlichen lässt sich die Entscheidungssituation des Anlegers am Beispiel der globalen Finanzkrise. Sie dient dabei aber nur der Illustration. Die Auswirkungen der Coronakrise auf die globale Wirtschaft und Anlagemärkte können davon äußerst verschieden sein. Der Rückblick kann aber das mathematische Prinzip der Aufholung veranschaulichen. Dazu wird ein hypothetisches Depot zugrunde gelegt, das weltweit ausschließlich in Aktien investiert (gem. dem globalen Aktienindex MSCI World). Der Anleger verfügt zum Höchststand vor der globalen Finanzkrise am 14.10.2007 über einen Gesamtwert von 120.000 Euro: 100.000 Euro investiert in globale Aktien plus 20.000 Euro Barbestand auf Konto.

Wenn er weder in der Baisse in sein Aktienportfolio nachinvestiert, noch Anteile aus seinem Depot rechtzeitig vor Kursverfall verkauft und somit den Wert gesichert hätte, musste er mehr als 2000 Tage oder 5,5 Jahre warten, bis sein Gesamtwert über die anschließende Hausse wieder die Marke von 120.000 Euro erreichte.

Auch ohne Market Timing schnellere Wiederaufholung

Anders und besser wäre es für ihn gewesen, wenn er sich irgendwann entschlossen hätte, die „Kaufkurse“ zu nutzen und die verfügbaren 20.000 Euro ebenfalls zu investieren. „Kaufkurse“ ist ein Schlagwort, das mit Vorsicht zu genießen ist. Und man muss auch nicht auf perfekte „Kaufkurse“ aus sein: Ein optimales Market Timing, bei dem man zum Wendepunkt und damit niedrigsten Kursen einkauft, wird nie gelingen. Rückblickend lässt sich dieser Punkt immer leicht erkennen. In der Situation selbst weiß man nicht, ob man die Trendwende schon gesehen hat oder ob es noch weiter abwärts geht. Deshalb zeigt die Illustration, welche Folgen es gehabt hätte, wenn man zu unterschiedlichen Zeitpunkten und somit Kurständen vor Erreichen des Wendepunktes investiert hätte oder in der Erholungsphase erst dann, wenn dieser Wendepunkt bereits verpasst wurde.

Nach Finanzkrise – schneller wieder im Plus (Grafik als Download verfügbar)
Dauer der Wiederaufholung im Rahmen eines globalen Aktieninvestments

Darstellung nur zu Illustration. In den dargestellten Index (MSCI World, USD) kann nicht investiert werden. Ohne Berücksichtigung etwaiger Kosten einer Anlage und mit ihr verbundener Währungsrisiken. Ohne Berücksichtigung etwaiger Zinserträge aus nicht investiertem Vermögen. Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Entwicklungen. Betrachtungszeitraum: 14.10.2007 – 03.06.2013. Quelle: Morningstar. Grafik FFB Fondsgespräche.

Betrachtet man die Entwicklungen, wenn eine oder zwei Wochen oder zwei Monate vor oder nach dem Wendepunkt investiert wurde, erkennt man: Der Zeitraum bis zur Wiederaufholung zum Gesamtwert lässt sich deutlich verkürzen gegenüber völliger Untätigkeit. Wer etwa seine Folgeinvestition zwei Wochen „zu spät“ getätigt hatte, konnte den Zeitraum von 5,5 auf rund 3,5 Jahre verkürzen. Wer „zu früh“ 20.000 Euro nachgelegt hat, hätte zwar zunächst auch mit dieser Anlage Verluste erlitten, konnte aber unter Umständen sogar noch schneller zum Ausgangswert von 120.000 Euro zurückkommen. Ermöglicht hat das die Phase der schnellen Anfangserholung direkt nach der Trendumkehr auf der Basis dann schon größerer Anteile.

Nicht in der Grafik: Selbst wer ganze sechs Monate vor dem Wendepunkt seine 20.000 Euro für ein Investment genutzt hätte, hätte sich immerhin über eine um 59 Tage raschere Erholung seines Gesamtwertes freuen können.

Entschlossenes Handeln geht vor Untätigkeit

Kursabschläge zur Folgeinvestition zu nutzen, kann sich also entschieden lohnen (wie das selbst in Zeiten ohne persönlichen Kundenkontakt geht, erfahren Sie hier). Zum einen lässt sich der Erholungszeitraum deutlich verkürzen. Zum anderen sollten Anleger auch diesen Vergleich im Blick behalten: Ein Anleger, der im hier zugrunde gelegten Szenario zwei Monate vor dem Wendepunkt weitere 20.000 Euro investiert statt auf dem Konto abgestellt hatte, konnte sich am 30.05.2013 über einen Gesamtwert von mehr als 135.000 Euro freuen. Er hatte also nicht nur die Verluste kompensiert, sondern über den betrachteten Zeitraum von 5,5 Jahren trotz einer als systemisch klassifizierten Finanzkrise immerhin 12,5% Rendite erzielt! Wer nicht gehandelt hat, war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal wieder bei 120.000 Euro angelangt. Mehr als 5 Jahre verlorene Zeit für die Vermögensbildung.


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