Schwellenländeranleihen werden oft als einheitliche Anlageklasse wahrgenommen. Doch hinter dem Oberbegriff verbirgt sich ein breites Spektrum an Märkten, Währungen und Renditequellen mit attraktiven Anlagechancen.
Schwellenländeranleihen werden häufig als homogene Anlageklasse betrachtet. Damien Buchet, Chief Investment Officer bei Finisterre, einer Fixed-Income-Expertise von Principal Asset Management, argumentiert jedoch, dass sie besser als Kombination verschiedener Performance-Treiber verstanden werden sollten, die sich unterschiedlich kombinieren und steuern lassen.
Historisch stammt der Großteil der Gesamtrendite aus dem laufenden Ertrag. Kuponzahlungen waren langfristig die wichtigste Renditequelle, während Kursgewinne deutlich volatiler und häufig mittelwertrückkehrend ausfielen. Dieses Verständnis bildet die Grundlage des Finisterre-Ansatzes. Wir betrachten Schwellenländeranleihen als breites Anlageuniversum, in dem verschiedene Instrumente und Länderrisiken unterschiedliche Funktionen innerhalb eines Portfolios erfüllen.
Wir definieren die Performance anhand von drei zentralen Treibern, die je nach Portfolioziel kombiniert werden und sich über Marktzyklen hinweg unterschiedlich entwickeln können.
Der erste Treiber ist Income (Ertrag). Diese strukturell wichtigste Renditequelle basiert auf höherverzinslichen Anlagen, die über die Zeit einen stabilen Beitrag leisten. Die entsprechenden Positionen weisen meist eine kürzere Duration auf und werden vor allem aufgrund ihrer verlässlichen Cashflows ausgewählt. Für langfristig orientierte Anleger war dieser laufende Ertrag historisch der wichtigste Bestandteil der Gesamtrendite von Schwellenländeranleihen und bildet auch heute den Kern der Strategie.
Der zweite Treiber ist Momentum. Hierzu zählen liquidere Positionen, die stärker auf Veränderungen der globalen Rahmenbedingungen reagieren, darunter Zinsentwicklungen, Kreditspreads, Währungsbewegungen und die allgemeine Risikostimmung. Sie können von positiven Kapitalflüssen, verbesserten Fundamentaldaten oder einer veränderten Marktpositionierung profitieren und damit zusätzliches Kapitalwachstum generieren. Gleichzeitig reagieren diese Segmente häufig schneller auf makroökonomische Veränderungen und können deshalb taktisch genutzt werden, um kurzfristige Marktchancen wahrzunehmen.
Der dritte Treiber ist Alpha. Dabei handelt es sich um idiosynkratische Chancen, die primär durch länder- oder emittentenspezifische Faktoren bestimmt werden. Sie basieren auf differenzierter Analyse und können Ertragsquellen erschließen, die weitgehend unabhängig von allgemeinen Marktzyklen verlaufen. Besonders in einer Anlageklasse mit großen Unterschieden hinsichtlich Fundamentaldaten, Politik und Kapitalmarktzugang können solche Fehlbewertungen attraktive Opportunitäten schaffen.
Ergänzt werden diese drei Komponenten durch eine vierte Dimension: Flexibilität. Der ungebundene Ansatz ermöglicht eine aktive Anpassung zwischen den Performance-Treibern und erlaubt es, bei einem weniger attraktiven Chancen-Set die Liquiditätsquote zu erhöhen. Gleichzeitig schafft er die Grundlage für spezialisierte Portfoliolösungen mit einem klaren Fokus auf einzelne Renditequellen.
Die meisten Investoren betrachten Schwellenländeranleihen aus einer US-Dollar-Perspektive. Dies entspricht sowohl der Struktur der relevanten Benchmarks als auch dem Umstand, dass ein Großteil der Emissionen in US-Dollar denominiert ist. Für Euro-basierte Investoren ergibt sich jedoch ein deutlich anderes Bild. Wechselkursvolatilität, Zinsdifferenzen und die Kosten der Währungsabsicherung können die Höhe und Stabilität der tatsächlich erzielten Erträge erheblich beeinflussen.
Aktives Management als Schlüssel zum Erfolg
Genau diese Herausforderung adressiert die Finisterre Emerging Markets Debt Euro Income Strategie. Sie wurde speziell für Euro-Investoren entwickelt und verfolgt das Ziel, einen attraktiven und diversifizierten Ertragsstrom nach Berücksichtigung aller Absicherungskosten zu generieren.
Hierfür kombiniert die Strategie verschiedene Segmente des Schwellenländeranleihenuniversums. Sie nutzt das vielfach unterschätzte Segment eurodenominierter EM-Anleihen und bewertet US-Dollar-Anleihen konsequent aus Euro-Sicht unter Einbeziehung der jeweiligen Hedging-Kosten auf Einzeltitelebene. Ziel ist es, die attraktivsten Einkommensquellen für Nicht-USD-Investoren zu identifizieren.
Der Ansatz weist eine kurze Duration von typischerweise drei bis vier Jahren auf und verfolgt eine Portfoliokonstruktion mit begrenzter Preisvolatilität. Der laufende Ertrag soll den Hauptbeitrag zur Gesamtrendite leisten und gleichzeitig eine robuste Risikostruktur gewährleisten.
Typischerweise werden 70 bis 90 Prozent des Portfolios in kurz laufende Staats- und Unternehmensanleihen aus Schwellenländern investiert. Eurodenominierte Anleihen werden dabei mit in Euro abgesicherten US-Dollar-Anleihen kombiniert. Dieses Segment bildet den zentralen Ertragstreiber der Strategie und ermöglicht den Zugang zu strukturellem Carry in höherverzinslichen Marktsegmenten. Gleichzeitig werden risikoreichere Bereiche wie CCC-geratete Anleihen oder nachrangige Instrumente vermieden werden.
Weitere 10 bis 30 Prozent können in Lokalwährungsanleihen, T-Bills und selektive Währungspositionen investiert werden. Die Auswahl erfolgt auf Basis attraktiver Carry-zu-Volatilitäts-Profile und wird konsequent aus Euro-Perspektive bewertet. Ein wichtiger Bestandteil des Risikomanagements ist dabei die Steuerung von Währungsrisiken, die bei Bedarf vollständig gegenüber dem Euro abgesichert werden können.
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, einen kleinen Anteil von bis zu fünf Prozent in Hochzinsanleihen der Peripherieländer der Eurozone zu investieren, sofern attraktive Einkommens- und Diversifikationschancen bestehen. In Phasen erhöhter Marktvolatilität können zudem makroökonomische Absicherungsstrategien eingesetzt werden, um Risiken aus starken Veränderungen bei Zinsen, Kreditspreads, Liquidität oder Währungsvolatilität zu begrenzen.
Zuletzt erzielte die Strategie eine laufende Rendite von rund 6,5 Prozent in Euro bei einer Duration von drei bis vier Jahren und einem durchschnittlichen Kreditrating von BB+. Damit verbindet sie ein attraktives Ausschüttungsniveau mit einem defensiveren Risikoprofil als viele traditionelle EMD-Benchmarks.
Hinter diesem Ansatz steht die Überzeugung, dass Schwellenländeranleihen keine einheitliche Anlageklasse darstellen. Kreditspreads, lokale Zinsen und Währungen reagieren jeweils auf unterschiedliche Einflussfaktoren, wodurch die Zusammensetzung der Erträge inhärent dynamisch und nicht statisch ist.
Diese Flexibilität steht im Zentrum der Verwaltung der Finisterre EMD Euro Income Strategie seit ihrer Auflegung im Jahr 2020 und prägt weiterhin unseren Ansatz, mit dem Ziel, konsistente Ergebnisse für Euro-basierte Einkommensinvestoren über unterschiedliche Marktumfelder hinweg zu erzielen.

Principal Global Investors ist die Vermögensverwaltungseinheit der 1879 gegründeten und börsennotierten Principal Financial Group mit Hauptsitz in Des Moines, Iowa. Zum 31. Dezember 2025 verwaltet die US amerikanische Gesellschaft ein Anlagevolumen von 593,8 Mrd. USD. Unser Fokus liegt auf der Betreuung von Pensionskassen, Versorgungseinrichtungen und weiteren institutionellen Anlegern. Als Multi-Investmenthaus ist Principal so strukturiert, dass spezialisierte Investment-Teams eigenständige Anlagestrategien entwickeln und umsetzen. Dadurch verbinden wir die Vorteile einer globalen Plattform mit der Expertise hochspezialisierter Asset Management Einheiten.
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