Fintech-Unternehmen werden traditionelle Banken langfristig übertrumpfen. Dies ist auf makroökonomische Gründe zurückzuführen, aber auch darauf, dass traditionelle Banken nicht von der zunehmenden Verwendung elektronischer Zahlungen profitieren können. Lesedauer 2 – 3 Min.
Vor nicht einmal zwei Jahren hat David Older zusammen mit Rose Ouahba das Ruder bei Carmignac Patrimoine übernommen und doch hat er dem Flaggschiff-Fonds bereits seinen Stempel aufgedrückt. Older, der seine Karriere bei dem französischen Vermögensverwalter im Jahr 2015 begann, trat mit seinem ganz eigenen Managementstil an das Aktienportfolio von Patrimoine heran.
Ausgehend von seinem Hintergrund in Technologie und IT hat Older den fundamentalen Bottom-up-Ansatz von Patrimoine, der die wichtigste Basis zur Wertschöpfung des Fonds darstellt, durch einen Fokus auf langfristige Trends gestärkt.
Der Head of Equities ist überzeugt davon, dass eine signifikante Alpha-Generierung und die Identifizierung von überlegenen Geschäftsmodellen exzellente Forschungskapazitäten erfordert, um beispielsweise eine gründliche Wertschöpfungskettenanalyse durchzuführen. „Sie können die Aktien, die Sie kaufen, nur dann vollständig verstehen, wenn Sie sich auf zuverlässige Daten stützen können, die einen umfassenden Überblick über die Lieferanten, Wettbewerber und Kunden eines Unternehmens bieten”, sagt Older.
Die Trends von morgen nutzen!
Older erklärt, dass Patrimoines Aktien-Kernportfolio auf drei großen Themen aufgebaut ist: der vernetzte Verbraucher, die Digitalisierung sowie der gesellschaftliche und demografische Wandel.
„Der Aufstieg des digitalen Konsumenten, mit seinen weitreichenden Folgen auf Bereiche wie E-Commerce, Online-Lebensmitteleinkäufe und Videospiele, ist eine mehrere Billionen Dollar schwere Branche”, sagt Older. “Selbstverständlich wollen auch wir ein Stück vom Kuchen abhaben. Hinzu kommt die Digitalisierung, ein ebenso enormer Markt mit zahlreichen Gelegenheiten. Cloud-Software und Fintech machen insbesondere im Zuge von Covid-19 zunehmend Fortschritte.”
Aus seiner Sicht werden Fintech-Unternehmen traditionelle Banken auf langfristige Sicht übertrumpfen, und zwar auch in den Industrieländern: „Dies ist auf makroökonomische Gründe zurückzuführen, aber auch darauf, dass traditionelle Banken nicht von der zunehmenden Verwendung elektronischer Zahlungen profitieren können. Die Pandemie hat diese Entwicklung nur beschleunigt. Jetzt ist es an der Zeit für hochspezialisierte Akteure”, sagt er.
Bezüglich des dritten Themas weist Older darauf hin, dass es im Grunde aus zwei Teilen besteht: „Sie können den gesellschaftlichen und demografischen Wandel in zwei Bereiche unterteilen: Konsumverhalten und Wohlbefinden des Verbrauchers.”
Ersteres basiert auf Luxusmarken und FAANG-Unternehmen, da sich Older auf das obere und untere Ende des Anlagespektrums konzentriert. “Am schlimmsten ist es in der Mitte zu sein, mit all den überbewerteten Aktien. Wir investieren in Unternehmen, die entweder eine starke Marke haben oder sehr niedrige Preise anbieten können. Zum Beispiel wollen Sie keine der klassischen Fluggesellschaften besitzen, die sich nicht klar positioniert haben. Wenn Sie heute bei Fluggesellschaften dabei sind, müssen sie am billigen Ende sein”, sagt er.
Das Wohlbefinden des Verbrauchers konzentriert sich hauptsächlich auf das Gesundheitswesen und ist mit einem breiten Engagement in Pharma-, Biotech-, Medizintechnik- und Managed Care-Unternehmen verbunden. Während Older aufgrund ihrer Tendenz zu einem „schwächeren erwarteten Wachstum” einen opportunistischen Ansatz bei großen Pharma-Aktien verfolgt, erkennt er doch an, dass die Einnahmenströme in diesem Sektor vom Konjunkturzyklus entkoppelt sind und somit eine defensive Wahl darstellen. „Zudem sind große Pharmaunternehmen oft Dividendenzahler”, fügt er hinzu.
Ähnliches gilt auch für das Managed Care-Segment des Aktienportfolios. „Managed Care ist ein wachsender Markt, der von der Demografie angetrieben wird. Er ist Asset-light, mit einem positiven Cashflow und bietet defensives Wachstum, da er rein auf die Erhöhung der Ausgaben im US-Gesundheitswesen setzt”, sagt Older.
Biotech und Medtech hingegen bedürfen seiner Meinung nach einer langfristigen Betrachtung: „Diese Branchen sind tendenziell eher volatil und in Bezug auf die Bewertung angespannter, insbesondere in den USA. Diversifizierung ist hier von entscheidender Bedeutung.”
Carmignac Patrimoine ist ein Investmentfonds in der Form von vertraglich geregeltem Gesamthandseigentum (FCP), der der OGAW- Richtlinie nach französischem Recht entspricht. Risiko Skala: 4 (Für die Anteilsklasse Carmignac Patrimoine A EUR Acc). Risiko Skala von KIID (Wesentliche Anlegerinformationen) Stufen von 1 (geringstes Risiko) bis 7 (höchstes Risiko). Das Risiko 1 ist nicht eine risikolose Investition. Dieser Indikator kann sich im Laufe der Zeit verändern. Empfohlene Mindestanlagedauer: 3 Jahre. Hauptrisiken des Fonds – AKTIENRISIKO: Änderungen des Preises von Aktien können sich auf die Performance des Fonds auswirken, deren Umfang von externen Faktoren, Handelsvolumen sowie der Marktkapitalisierung abhängt. ZINSRISIKO: Das Zinsrisiko führt bei einer Veränderung der Zinssätze zu einem Rückgang des Nettoinventarwerts. KREDITRISIKO: Das Kreditrisiko besteht in der Gefahr, dass der Emittent seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. WÄHRUNGSRISIKO: Das Währungsrisiko ist mit dem Engagement in einer Währung verbunden, die nicht die Bewertungswährung des Fonds ist. Die Fonds können spezifische Anlagegrenzen haben, die in ihren jeweiligen Prospekten erwähnt werden. Der Fonds ist mit einem Kapitalverlustrisiko verbunden.
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Carmignac Patrimoine (FR0010135103)
Carmignac ist eine unabhängige Vermögensverwaltungsgesellschaft, die 1989 auf der Grundlage von drei Prinzipien gegründet wurde. Diese gelten bis heute: echter Unternehmergeist, menschlicher Sachverstand und ehrliches Engagement.
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