Von Halbleitern über Robotik bis Gaming: Asiatische Unternehmen treiben die Technologien von morgen voran, werden aber oft günstiger bewertet als globale Wettbewerber. Erfahren Sie, warum Asien attraktive Chancen auf KI-getriebenes Wachstum bietet.
Die Robotik entwickelt sich von einer Zukunftsvision zur Notwendigkeit, da sich Hersteller mit Arbeitskräftemangel, der Rückverlagerung von Produktionskapazitäten näher an die Absatzmärkte (Reshoring) und steigenden Anforderungen an Präzision und Effizienz konfrontiert sehen. Die Industriestaaten sind auf Automatisierung angewiesen, um den Arbeitskräftemangel auszugleichen und bei den Kosten wettbewerbsfähiger zu werden. Gleichzeitig deutet der Rückgang der Erwerbsbevölkerung in China auf eine steigende Nachfrage nach Technologien zur Automatisierung von Arbeitsprozessen hin, wie dies in Südkorea und Japan bereits zu beobachten ist. Als Folge dieser strukturellen Veränderung hat sich der installierte Bestand an Industrierobotern in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Gleichzeitig spielt Asien sowohl auf der Nachfrage- als auch auf der Angebotsseite die wichtigste Rolle.
¹Asien umfasst China, Japan, Südkorea, Taiwan und Indien. Quellen: linke Grafik – International Federation of Robotics, Bericht „World Robotics 2025". Rechte Grafik – CLSA per 31. Dezember 2025. Marktanteil von Industrierobotern in den USA nach installierter Basis.
Die Fabrikautomation ist aktuell der wichtigste Wachstumstreiber der Robotik
Wir sehen attraktive Anlagechancen in Unternehmen, die von einer realen Nachfrage profitieren, was sich in einem rapiden Umsatzwachstum und steigenden Margen zeigt. Die Nachfrage nach Fabrikautomation steigt in den Bereichen Elektrofahrzeuge, Elektronik und Präzisionsfertigung infolge der Lokalisierung von Lieferketten in Märkten mit hohen Arbeitskosten wie den USA und aufgrund der weltweit alternden Erwerbsbevölkerung.
Humanoide Robotik macht dagegen zwar weiterhin Schlagzeilen (und wir sehen in Teilen der zugrunde liegenden Lieferkette auch durchaus Potenzial), allerdings befinden sich viele Endanwendungen noch in einem frühen Stadium, mit begrenzter Vorhersehbarkeit in Bezug auf Skalierbarkeit und Rentabilität.
Physische KI eröffnet neue Möglichkeiten
Physische KI, also KI-Anwendungen für Maschinen in realen Einsatzumgebungen, erweitert die Möglichkeiten von Automatisierung und Robotik und trägt gleichzeitig dazu bei, die Kosten zu senken. Sie ermöglicht zunehmend komplexe Anwendungen, etwa die Montage beweglicher Bauteile ohne Unterbrechung der Produktionslinie. Darüber hinaus unterstützt sie den Aufbau digitaler Fabriken, in denen Simulationen Erprobungsphasen verkürzen, Markteinführungszeiten reduzieren und die Effizienz bei der Umsetzung in der realen Produktion verbessern können. KI schafft damit einen zusätzlichen strukturellen Wachstumstreiber in einer Branche, die historisch vor allem von zyklischen Schwankungen geprägt war.
Japans Führungsposition bei der globalen Automatisierung
Die Automatisierungsbranche profitiert von einer attraktiven Marktstruktur: eine hohe Konzentration, lange Produktlebenszyklen sowie margenstarke Service- und Softwareökosysteme. In Kombination mit hohen Wechselkosten aufgrund der tiefen Integration in die Produktionssysteme der Fabriken unterstützen diese Merkmale eine hohe Kundenbindung und stabile Margen.
Japan spielt eine führende Rolle in diesem Segment. Das Land ist Heimat mehrerer Branchenführer, darunter im Bereich maschinelles Sehen. Diese Bildverarbeitungstechnologie ermöglichten es Robotern, mithilfe von Sensoren ihre Umgebung wahrzunehmen und mit der physischen Welt zu interagieren. Dies ist eine Schlüsseltechnologie für Robotik, Qualitätssicherung, Rückverfolgbarkeit und KI-gestützte Fertigungsprozesse. Der Marktführer in diesem Bereich profitiert von Umsatzwachstum und stetig steigenden Bruttomargen, die seit einem Jahrzehnt über 80% liegen1. Für zusätzlichen Rückenwind sorgen Corporate-Governance-Reformen und steigende Ausschüttungen an die Aktionäre.
Die Kombination aus beschleunigtem strukturellem Nachfragewachstum und den durch KI erweiterten Anwendungsmöglichkeiten stärkt die langfristigen Anlageargumente für die Automatisierungsbranche in Asien weiter.
Fußnote:
1Quelle: Wellington Management und Unternehmensabschlüsse vom April 2026.
Autoren:
Yash Patodia, Global Industry Analyst
Aoi Nishiyama, Investment Director
Alistair J. MacDonald, CFA, Investment Strategist
Die zum Ausdruck gebrachten Ansichten sind diejenigen der Autoren zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Dokuments. Andere Teams können andere Ansichten vertreten und andere Anlageentscheidungen treffen. Der Wert einer Anlage kann gegenüber dem Zeitpunkt der ursprünglichen Investition steigen oder sinken. Von externen Anbietern stammende Daten werden zwar als verlässlich erachtet, doch gibt es keine Garantie für ihre Richtigkeit. Nur für professionelle, institutionelle oder zugelassene Anleger.
Anlageprodukte:
WMF (Lux) III - Wellington Asia Technology USD D Ac (LU1751454437)
Als einer der größten privat geführten Vermögensverwalter denken wir langfristig, investieren unabhängig und setzen seit 1928 auf Research, Innovation und vielfältige Perspektiven für bessere Anlageentscheidungen im Sinne unserer Kunden.
Asia Technology: Fundamentaldaten
Von Halbleitern bis Gaming: Asiatische Unternehmen treiben zentrale Zukunftst…
Infrastruktur als generationenüber- greifende Chance?
Was macht den aktuellen Ausblick für Infrastrukturwerte so attraktiv? Laut To…
Der Wendepunkt am IPO-Markt | Wellington
Unsere Experten für Privatunternehmen in der Spätphase untersuchen die Auswir…
