Während geopolitische Spannungen, zuletzt der Konflikt rund um den Iran, die globalen Märkte verunsichern, zeigt sich Vietnam einmal mehr als bemerkenswert widerstandsfähig.
Vietnam ist von den Turbulenzen betroffen, hat aber bereits wichtige Maßnahmen getroffen, um gegenzusteuern, Erlass der Steuern auf Benzin und Gas, um die Inflation zu dämmen, vorerst bis Juni. Die zentrale Investmentthese ist nach wie vor intakt.
Kurzfristiger Druck, langfristige Stabilität
Als Emerging- bzw. Frontier-Markt reagiert Vietnam naturgemäß sensibel auf externe Schocks. Steigende Energiepreise und ein höherer Inflationsdruck wirken sich kurzfristig auf den Konsum aus. Dennoch bleiben die Fundamentaldaten robust.
Energie und Resilienz im regionalen Vergleich
Ein differenzierter Blick auf die Energieversorgung unterstreicht die Widerstandsfähigkeit des Landes. Rund 44 % des Energiebedarfs der Industrie werden durch Kohle gedeckt, etwa 31 % durch Wasserkraft, 12 % durch Gas sowie 14 % durch erneuerbare Energien. Damit ist Vietnam im regionalen Vergleich, insbesondere gegenüber Thailand oder den Philippinen, relativ breit diversifiziert. Im Transportsektor bleibt Öl zentral. Zwar decken heimische Produktion und Raffinerien derzeit weniger als 35 % des Bedarfs, doch die Regierung verfolgt ambitionierte Ziele zur Steigerung der Energieautarkie bis 2030. Reformen Anfang 2026 unterstreichen diesen Anspruch. Fernen wurden Vereinbarung für Lieferungen von Oel mit Russland und China getroffen.
Handlungsfähigkeit als strategischer Vorteil
Ein wesentlicher Unterschied zu vielen anderen Schwellenländern ist die fiskalische und politische Flexibilität. Mit einer Staatsverschuldung von rund 36 % des BIP verfügt Vietnam über erheblichen Spielraum, um auf externe Schocks zu reagieren.
Die Maßnahmen sind dabei bewusst pragmatisch:
- Erlass der Steuer für Treibstoffe
- Subventionierte Mobilität und Ausbau öffentlicher Infrastruktur
- Förderung von Elektromobilität, Ausbau der Ladestationen)
Diese Kombination aus Stabilität und Reformbereitschaft ist ein zentraler Pfeiler der Investmentstory.
Produktivität und Bildung als langfristige Hebel
Über die klassischen Wachstumsfaktoren hinaus sehen wir zwei zentrale strukturelle Treiber: Produktivitätssteigerung und Humankapitalentwicklung.
Groß angelegte Infrastrukturprojekte von Transportkorridoren bis hin zu Energie- und Digitalnetzen erhöhen die Effizienz der gesamten Volkswirtschaft. Gleichzeitig investiert Vietnam gezielt in Bildung und Qualifikation der Arbeitskräfte.
Für Investoren ist dies entscheidend: Vietnam entwickelt sich zunehmend vom Niedriglohnstandort hin zu einem Standort mit Produkte mit einer höherer Wertschöpfung. Diese Transformation schafft die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und steigende Unternehmensgewinne über mehrere Konjunkturzyklen hinweg.
Kapitalzuflüsse und globale Integration
Vietnam profitiert weiterhin von der Diversifizierung globaler Lieferketten. Mit 27 Milliarden US-Dollar an ausländischen Direktinvestitionen wurde zuletzt ein Fünfjahreshoch erreicht.
Auch wenn Exporte kurzfristig durch eine schwächere globale Nachfrage belastet werden könnten, bleiben die strukturellen Vorteile bestehen sowie die Wettbewerbsfähige Kostenbasis, Breite Handelsabkommen, Strategische Positionierung im „China+1“-Kontext. Ein zusätzlicher Katalysator bleibt die potenzielle Hochstufung in wichtige Emerging-Market-Indizes, die signifikante Kapitalzuflüsse auslösen dürfte.
Konsum und Immobilien: Differenziertes Bild
Der private Konsum zeigte zuletzt, insbesondere im vierten Quartal 2025 sowie in den ersten drei Monaten 2026, eine positive Entwicklungen. Dennoch dürfte diese angesichts externer Unsicherheiten kurzfristig auf den Markt schlagen.
Attraktiv bleibt hingegen der Industriepark Sektor, insbesondere Industrie- und Logistikparks, die direkt vom anhaltenden Zufluss internationaler Unternehmen profitieren.
Fazit: Nach dem Sturm rücken die Stärken wieder in den Fokus
Vietnam ist von globalen Spannungen betroffen, doch die strukturellen Wachstumstreiber überwiegen klar. Eine junge und dynamische Bevölkerung, eine reformorientierte Regierung und solide makroökonomische Kennzahlen bilden ein starkes Fundament.
Sobald sich das geopolitische Umfeld stabilisiert, dürfte Vietnam erneut in den Fokus internationaler Investoren rücken.
Denn eines bleibt unverändert: Die langfristige Wachstumsstory des Landes ist klar intakt.
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