Schwellenländeranleihen in lokaler Währung bieten die Chance auf attraktive Erträge. Allerdings weist das Anlageuniversum eine große Diversität auf. Eine genaue fundamentale Selektion ergänzt um einen Nachhaltigkeitsfilter sind deshalb entscheidend, um dort erfolgreich zu investieren.
Angesichts der anhaltend niedrigen, zum Teil auch negativen Zinsen in den Industrieländern, schauen Investoren verstärkt auf Schwellenländeranleihen. Und tatsächlich bieten diese derzeit einen attraktiven Einstiegszeitpunkt. Denn sie hinken, soweit es die Impfungen betrifft, den entwickelten Märkten ein gutes Stück hinterher. Jedoch sind viele Schwellenländer dabei die Lücke zu schließen.
Mit dem Voranschreiten der Impfkampagnen aber dürfte auch die wirtschaftliche Erholung in vielen Schwellenländern an Dynamik gewinnen. Nachdem zunächst China und dann die USA den weltweiten Aufschwung angeführt hatten, könnte diese Rolle in nächster Zeit den heranwachsenden Volkswirtschaften zufallen. Das deutet sich auch bereits im Citi Economic Surprise Index an, der sich zuletzt deutlich erholen konnte. Allerdings legen viele Anleiheinvestoren in den Emerging Markets ihren Schwerpunkt in der Regel auf Hartwährungsanleihen, während Lokalwährungsbonds oft vergleichsweise wenig Beachtung finden. Das ist überraschend, denn tatsächlich ist diese Anlageklasse sehr viel bedeutender als ihre Hartwährungspendants. Schließlich werden über 80 Prozent der Anleihen aus den Schwellenländern in lokaler Währung begeben. Und deren Volumen hat sich allein seit 2015 mehr als verdreifacht.
Attraktive Renditen, günstig bewertete Währungen
Aber es gibt noch weitere Gründe, warum sich der Blick auf Lokalwährungsanleihen lohnt. So ist nicht nur deren durchschnittliche Bonität besser ist als im Hartwährungsbereich, sondern die lokalen Zinsmärkte bieten inzwischen auch sehr attraktive Spreads, da sich diese seit Jahresbeginn ausgeweitet haben. Aktuell liegen die Renditen im Bereich von vier bis fünf Prozent. Dazu kommt die Währungskomponente. Schließlich sind Lokalwährungsanleihen unserer Ansicht nach nicht nur die Märkte der Zukunft, sondern sie verbinden derzeit auch Rentabilität mit besserer Liquidität.
Aktuell kommt ihnen außerdem die Schwäche des US-Dollars zugute. Doch selbst wenn dieser nicht weiter abwerten sollte, bieten die Währungen Aufwärtspotenzial. So dürften sie von der zu erwartenden wirtschaftlichen Erholung in vielen Schwellenländern, von steigenden Rohstoffpreisen und der Normalisierung der Geldpolitik profitieren. Dazu kommt, dass viele aufstrebende Länder ihren Konvergenzprozess hin zu den Industriestaaten fortsetzen werden. Dies wird zu niedrigeren Risikoprämien führen und sollte ebenfalls zu einer Aufwertung der lokalen Währungen beitragen.
Allerdings gilt dies nicht für alle Emerging und Frontier Markets gleichermaßen. Die Spannbreite bei den Erträgen ist erheblich. So lag der Gesamtertrag in 2020 in manchen Ländern im zweistelligen Bereich, während die lokalen Bonds von Brasilien oder der Türkei ein Minus von 20 bis 30 Prozent brachten. Deshalb gilt es bei den einzelnen Märkten sehr genau hinzusehen. So sind manche Staaten hinsichtlich der Normalisierung ihrer Geldpolitik zum Beispiel schon sehr viel weiter vorangeschritten als andere, was wiederum zu sehr unterschiedlichen Aussichten bezüglich der Währungen führt.
Nachhaltigkeit als zusätzliche Alphaquelle
Eine tiefgreifende ökonomische Fundamentalanalyse der einzelnen Länder ist deshalb zwingend erforderlich. Dabei müssen Aspekte die Inflationsentwicklung, die Schuldenstruktur oder auch die Geldpolitik genau analysiert werden. Allerdings gehen wir auch davon aus, dass die langfristige gesellschaftliche Entwicklung eines Landes ebenfalls ein wesentlicher Einflussfaktor für die Wirtschaftsdynamik eines Landes darstellt. Aus diesem Grund ist neben der fundamentalen ökonomischen Analyse auch eine Beurteilung der Nachhaltigkeit der jeweiligen Länder von erheblicher Bedeutung.
Einen guten Anhaltspunkt bieten die Nachhaltigkeitsprinzipien der Vereinten Nationen. Dabei sollten neben Themen wie Umweltschutz oder Bildung und Innovation vor allem Transparenz und demokratische Werte eines Staates im Vordergrund stehen. Dazu zählen Kriterien wie der Grad der Korruption, die Pressefreiheit oder die Governance in einem Land. Darauf zu achten, hat sich in der Vergangenheit ausgezahlt. So weist der Emerging Market ESG Index im Vergleich zum normalen Referenzindex zuletzt eine deutliche Outperformance auf.
Basierend auf der fundamentalen und Nachhaltigkeitsanalyse gilt es dann, auf eine ausreichende Diversifikation im Portfolio zu achten. Wer das so umsetzt, hat mit Lokalwährungsanleihen langfristig gute Aussichten auf eine angemessene Rendite. Denn entdecken künftig mehr Investoren diese Anlageklasse für sich, dann dürften auch die Kapitalzuflüsse letztlich dafür sorgen, dass sich die Spreads weiter einengen.
Anlageprodukte:
DPAM L Bonds Emerging Markets Sustainable (LU0907927338 / LU0907927171 / LU0966596875)
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