Mit dem stark wachsenden Segment der Grünen Anleihen können Anleger etwas für die Umwelt tun, ohne auf Rendite verzichten zu müssen. Allerdings lohnt es sich, über dieses Universum hinaus, auch andere klimafreundliche Anleihen bei einer solchen Strategie zu berücksichtigen.
Der Klimawandel schreitet unaufhörlich voran. Laut aktuellen Daten des EU-Klimadienstes Copernicus lag die Durchschnittstemperatur an der Erdoberfläche im vergangenen Jahr 1,25 Grad Celsius über der des vorindustriellen Zeitalters. Und laut den Prognosen des Weltklimarats IPCC könnte die Erwärmung, bei einer anhaltend ungebremsten Emission von Treibhausgasen, bis zum Jahr 2100 im schlimmsten Fall sogar mehr als 7,8 Grad betragen. Die Folgen für Menschheit und Umwelt wären verheerend, die dadurch entstehenden Kosten gigantisch.
Zunehmend setzt sich deshalb die Erkenntnis durch, dass die Zeit drängt, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Green Bonds werden dabei ein immer wichtigeres Instrument. Sie funktionieren grundsätzlich wie andere festverzinsliche Wertpapiere auch. Allerdings mit dem Unterschied, dass deren Emissionserlöse in Projekte fließen müssen, die der Herausforderung des Klimawandels begegnen, und dass der Emittent laufend über die Erlösverwendung berichtet. So gut diese Idee ist, die alleinige Fokussierung auf diese Anleihekategorie weist aus Anlegersicht jedoch einige Nachteile auf.
Green Bonds: Lange Duration als Risikofaktor
So machen Green Bonds nur rund ein Prozent des gesamten Anleihemarktes aus. Zudem weisen sie ein Gesamtvolumen von lediglich rund einer Billion Dollar auf. Das notwendige Investitionsvolumen, um die beim Pariser Klimagipfel 2015 festgelegten Ziele, die Begrenzung der Erwärmung auf zwei Grad Celsius, zu erreichen, liegt aber bei schätzungsweise 92 Billionen Dollar. Aus diesem Grund macht es Sinn, das Anlageuniversum zu erweitern und sich nicht nur auf Anleihen mit einem Green-Bond-Label zu fokussieren.
Stattdessen sollte ein klimarelevanter Ansatz auch Emissionen von Unternehmen oder Staaten berücksichtigen, die aktiv etwas gegen Klimarisiken tun oder Lösungen für die Herausforderungen, die aus dem Klimawandel entstehen, bereitstellen. Aus Portfolioperspektive hat das einen interessanten Nebeneffekt. Schließlich weisen Green Bonds im Durchschnitt eine vergleichsweise lange Duration auf. Das kann in einem Umfeld steigender Zinsen zu deutlichen Kursverlusten führen. Dagegen können Investoren durch die Erweiterung des Anlageuniversums die Duration im Portfolio verringern, breiter diversifizieren und, da dies Investmentchancen im BB-Segment eröffnet, höhere Erträge erzielen.
Die Identifikation klimarelevanter Themen
Um ein Portfolio aus Green Bonds und Klimaanleihen aufzubauen, braucht es aber einen sehr strikten Ansatz. Bei Degroof Petercam Asset Management analysieren wir deshalb alle Emittenten, also auch jene von Green Bonds, auf unsere sehr strengen Nachhaltigkeitskriterien. Zudem wenden wir konsequent unsere Ausschlusskriterien an und sortieren Emittenten aus, die in Kontroversen verstrickt sind. Doch vor allem bewerten wir, um unter den verbleibenden Titeln wirkliche Klimaanleihen zu identifizieren, dann die Klimarelevanz der einzelnen Emittenten.
Grundlage dafür ist unser EMERALD-Ansatz. Dahinter verbirgt sich die Idee, dass bestimmte Bereiche einen maßgeblichen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel leisten und wir genau solche Emittenten über den Erwerb der Anleihe unterstützen wollen. Dazu zählen Themen wie die Steigerung der Energieeffizienz, klimafreundliche Mobilität, Segmente wie grüne Gebäude oder Smart Cities, regenerative Wirtschaft und Recycling, alternative Energien, Landnutzung und Wasser sowie das Thema der Entkarbonisierung.
Besser diversifizierte und robustere Portfolios
Auf dieser Basis finden wir zum einen Anleiheemittenten, die einen signifikanten Anteil an grünen Produkten oder Dienstleistungen anbieten, wir bezeichnen sie als Klima Enabler. Zum anderen sind es Unternehmen und staatliche Emittenten, die auf dem Weg zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft deutliche Fortschritte machen. Diese Gruppe nennen wir Climate Challengers. Den Ansatz ergänzen wir um eine tiefgreifende Fundamentalanalyse, die Aspekte wie die Marktposition eines Unternehmens, dessen Bilanzstärke sowie die Rentabilität, den freien Cashflow oder die relative Bewertung umfasst.
Hinzu kommen eine Top-down-Betrachtung, also die Analyse makroökonomischer Daten, der Geldpolitik oder der geopolitischen Lage, sowie eine laufende Risikokontrolle. Durch die Erweiterung des Green-Bond-Universums auf Klimaanleihen sind Investoren so in der Lage, ein nach Regionen und Branchen breiter gestreutes Portfolio aufzubauen, das sich durch höhere potenzielle Erträge und eine robustere Entwicklung in unterschiedlichen Marktphasen auszeichnet.
Anlageprodukte:
DPAM L Bonds Climate Trends Sustainable - B (LU1996436223)
Degroof Petercam AM (DPAM) ist eine in den Beneluxländern führende unabhängige Asset Management-Gesellschaft mit langjähriger Marktreputation in Long Only-Anlagekonzepten sowie spezialisierten Asset Management-Lösungen.
Weitere Anlagestrategien:
Was verrät der jüngste Ausverkauf von Softwareaktien? | DPAM
Die Aktienmärkte fielen deutlich, insbesondere Softwarewerte. Trotz solider Z…
Die Kraft der Innovation | DPAM
Innovation treibt Gewinne, Gewinne treiben Aktienkurse. Diese Überzeugung ste…
Innovatives Investieren in einer konzentrierten Welt | DPAM
Die letzten 3 Jahre wurden von wenigen KI-Techunternehmen dominiert. Jetzt br…
