In Asien entsteht die größte Freihandelszone der Welt. Das könnte endgültig den Kippmoment im Übergang der wirtschaftlichen Macht nach Asien markieren. Diesen Wandel können Anleger nicht länger ignorieren.

Im November 2020 wurden fast unbemerkt von der hiesigen Öffentlichkeit die Weichen für RCEP gestellt – der asiatischen Freihandelszone, die EU und NAFTA bzw. das Nachfolgeabkommen USMCA in ihrer Wirtschaftsleistung schon heute in den Schatten stellt. Das Bündnis von China mit 14 asiatisch-pazifischen Staaten inklusive Japan, Australien und Neuseeland umfasst 2,2 Milliarden Menschen und etwa ein Drittel des globalen BIP. Allein aufgrund des dynamischen Wachstums dort sowie der demografischen Entwicklung wird die Bedeutung und wirtschaftliche Macht wohl noch steigen. Das heißt: RCEP (Regional Comprehensive Economic Partnership) dürfte den Wechsel der wirtschaftlichen Vormachtstellung nach Osten weiter beschleunigen.

Freihandelszonen: RCEP stellt alles in den Schatten (Grafik als Download verfügbar)
Ausgewählte Freihandelszonen und ihr Anteil am weltweiten Bruttoinlandsprodukt

Anmerkungen Nafta: Am 01.07.2020 ist das Nafta-Nachfolgeabkommen USMCA (United States-Mexico-Canada-Agreement) in Kraft getreten.
Quelle: IWF, Statista-Recherche, 18.11.2020.

Schon vor der Unterzeichnung des Abkommens hat Asien seine Vormachtstellung Schritt für Schritt ausgebaut. Die wesentlichen Gründe dafür waren:

- vielfach günstige Demografien – 24% der Bevölkerung Asiens waren 2019 unter 15 Jahren, nur 9% über 65.1 Der hohe Anteil an Bevölkerungsgruppen im Erwerbsalter entlastet Altersvorsorgesysteme und ist Basis für eine in der Breite wachsende Kaufkraft. Demografische Ausnahmen sind China und Japan mit ihrer tendenziell älteren Bevölkerung,

- technologische Führerschaft in immer mehr Zukunftstechnologien (mobile Datennetze, elektronische Zahlungssysteme, Online-Handelsplattformen),

- und aktuell besser abgestimmte und konsequenter umgesetzte Corona-Maßnahmen mit früher einsetzender wirtschaftlicher Erholung. (Mehr dazu? Hier.)

Standards setzen: ein Privileg der Größe

Mit der neuen Freihandelszone kommt ein zusätzliches Moment hinzu: Es können Standards geschaffen werden, die im größten Markt der Welt gelten – technologische oder Rechtsstandards etwa. Europäische oder US-amerikanische Standards durchzusetzen, könnte daher künftig zunehmend schwerer werden. Unternehmen aus USA und Europa müssten sich den neuen Standards anpassen, um in der RCEP-Zone erfolgreich zu sein.  Das verursacht Anpassungskosten – eine Umkehr bisheriger Verhältnisse. 

Asien in Portfolios untergewichtet

Wenn immer mehr vom BIP der Welt in Asien erwirtschaftet wird, können Anleger das nicht länger ignorieren. Berater sollten daher für ihre Kunden noch mehr darauf achten, Asien mehr Raum im Portfolio einzuräumen als bisher. Dass der „Weltindex“ MSCI World (Schwerpunkt USA mit 67 Prozent)1 Asien mit Ausnahme von Japan, Singapur und Hongkong ganz ausklammert, dürfte bekannt sein. Doch selbst im MSCI ACWI (All Country World Index) macht China nur 5,6 Prozent aus, die USA haben immer noch ein Gewicht von 58 Prozent.2 Zu den Anteilen am weltweiten BIP passt das nicht. 

Asien unterrepräsentiert: Ländergewichtung im MSCI ACWI

Quelle: msci.com, 30.10.2020

Doch aus welchen Anlageregionen kann Kapital umallokiert werden? Man kann dabei durchaus an die USA denken. Nicht zuletzt, weil sich durch das starke Kurswachstum der US-Technologieriesen inzwischen Klumpenrisiken abzeichnen. Angesichts der Übermacht der USA an der regionalen Aufteilung der wichtigsten globalen Aktienindizes könnte also die Reduktion des Anteils der USA zugunsten einer stärkeren Gewichtung des asiatischen Raums ein zielführender Schritt sein.

Wer in Portfolios antizipierend die regionale Gewichtung verändern will, kann das mit Fonds tun, die sich auf den asiatischen Wirtschaftsraum konzentrieren. Sie eröffnen Zugang zur wirtschaftlich dynamischsten Region der Welt, die durch RCEP nun einen nochmaligen Schub nach vorn bekommen dürfte. Aber auch aktiv und global anlegende Fonds, die hinsichtlich der Länderallokation Freiräume nutzen können, bieten Anlegern die Möglichkeit, Asien und den RCEP-Wirtschaftsraum stärker zu gewichten. 

1 DSW; Datenreport der Stiftung Weltbevölkerung 2019
2 msci.com. 30.10.2020

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