Hohe Bewertungen, hohe Korrelation und globaler Fokus auf wenige Tech-Titel, Erschütterungen bei Gold und Edelmetallen nach beispielloser Rallye: Dividenden könnten in diesem Umfeld für gestresste Anlegerinnen und Anleger eine Überlegung wert sein.
Für so manche Anlegerinnen und Anleger mehren sich aktuell die Fragezeichen beim Ausblick für das eigene Investment. Für den inzwischen deutlich spürbaren Stress sorgen zwei Faktoren, die zusammenkommen: Erstens manifestiert sich der Fokus auf wenige große Tech-Titel in globalen Aktienanlagen zunehmend als Klumpenrisiko – hohe Bewertungen und hohe Korrelation machen anfällig für Korrekturen, wenn die mitunter sehr hohen Erwartungen nicht erfüllt werden.1 Zweitens wird in diesen Tagen deutlich, dass auch der Traum vom Gold als vermeintlich ewig „sicherem“ Diversifikator gegenüber Aktien eben nur das ist: ein Traum. Allein die Erwartung eines neuen Fed-Präsidenten, der etwas mehr Ruhe in die aufgeregte Zinsdebatte in den USA bringen könnte, ließ den Goldkurs nach beispiellosem Aufstieg unmittelbar und deutlich nachgeben.2
Starke Dividenden: Die Stress-Verminderer?
Aktien von Unternehmen, die möglichst konstant attraktive Dividenden ausschütten, können in akuten Stressphasen an den Aktienmärkten Ruhe ins Portfolio bringen. Eine Idee davon erhält man bereits beim Blick auf das jüngste Ereignis mit heftiger Wirkung auf die globalen Aktienkurse: dem Beginn des Angriffs Russlands auf die Ukraine. Die Grafik macht deutlich: Dividenden-Aristokraten (Titel, deren Unternehmen sich über lange Zeiträume als verlässliche Dividendenzahler erwiesen haben und überdies traditionell echte Value-Adressen sind), waren in der akuten Krisenphase 2022 an den Börsen stark nachgefragt und schlugen sich besser.
Dividenden-Aristokraten: Widerstandsfähiger in Krisenzeiten (Grafik zum Download verfügbar)
Kursübersicht 5 Jahre zur Illustration. Kursentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Entwicklungen. Quelle: LSEG Datastream, 2.2.2026
Die Tatsache, dass gerade in Korrekturphasen dividendenstarke Titel eher gesucht sind, hat einen nachvollziehbaren Grund. Ihr Gesamtertrag setzt sich aus den Kursgewinnen und den von den Unternehmen ausgeschütteten Dividenden zusammen. Selbst, wenn also der Kurs von Aktien unter Druck steht, können Aktionäre weiter mit der beschlossenen Dividende rechnen, was den Gesamtertrag aus ihrem Investment stabilisieren kann. Mit einem Anlageschwerpunkt auf dividendenstarken Titeln kann der Sorge von Anlegerinnen und Anlegern vor einer möglicherweise bevorstehenden Korrektur die Spitze genommen werden.
Dividendenrendite und Gesamtertrag (Grafik zum Download verfügbar)
Übersicht zur Illustration. Steuern nicht berücksichtigt. Darstellung: FFB, Februar 2026
Besonders beachtenswert ist der Effekt der „Phasenverschiebung“: Dividenden werden auf den Hauptversammlungen der Aktienunternehmen jeweils für das Folgejahr beschlossen. Auf diese Weise wirken die Gewinne eines Jahres im Folgejahr fort. Und das gilt auch dann, wenn dieses Folgejahr unangenehme Überraschungen wie schrumpfende Gewinne mit der Folge fallender Kurse des betreffenden Unternehmens zeitigt. Die folgende Übersicht eines Einjahresrückblicks auf die Gesamtrendite der Dividenden-Aristokraten verdeutlicht das.
Dividenden können die Gesamtrendite stabilisieren (Grafik zum Download verfügbar)
* S&P Global Dividend Aristocrats Index (USD) über 1 Jahr. Darstellung zu rein illustrativen Zwecken. In den Index kann nicht investiert werden. Steuern nicht berücksichtigt. Darstellung: FFB, Stand: 2.2.2026
Dividenden: Keine garantierten Erträge
Allerdings muss Anlegerinnen und Anlegern bewusst sein: Für Dividendenerträge gibt es keine Langzeitgarantie. Jahrelange Trends können auch einmal brechen, was ein Blick auf die deutschen Automobilbauer deutlich macht. Sie gehörten seit Jahren zu den besten Dividendenzahlern im Dax3. Mit den empfindlichen Gewinnrückgängen im Jahr 2025 werden aber für 2026 auch deutliche Rückgänge der Dividendenausschüttungen erwartet. Finanztitel wie Banken dürften 2026 dagegen für einen gewissen Ausgleich sorgen.4
Europa: Potenziale für Dividendeninvestoren
Auch wenn in Deutschland und manchen anderen europäischen Ländern die Dividenden im Vorjahresvergleich aktuell nachgeben, bedeutet das nicht, dass Europa als geografischer Investitionsschwerpunkt abgeschrieben werden sollte. Im Gegenteil. In Europa finden sich noch immer viele Unternehmen, die im internationalen Vergleich – gerade mit den USA – günstig bewertet sind. Zudem könnten sich in Europa ab 2026 größere Kurspotenziale realisieren: Wirksame fiskalpolitische Impulse5 und ein für Investoren und Unternehmen stabiles planbares Geschäftsumfeld sprechen dafür. Und das heißt: Ein Einstieg heute bei überwiegend noch günstiger Bewertung treibt aus Anlegersicht auf unserem Kontinent die eigene Dividendenrendite – auch wenn die Dividenden nicht mehr ganz an die Höchststände der letzten Jahre heranreichen sollten.
Fazit: Dividenden können als Stress-Therapie wirken
Wer sich angesichts der Entwicklungen an den globalen Aktien- und Edelmetallmärkten gestresst fühlt, kann gut daran tun, Dividendentitel im Portfolio stärker zu gewichten. Dabei geht es nicht darum, Top-Dividenden nachzujagen. Anlegerinnen und Anleger sollten möglichst auf die Konstanz der Dividenden achten und auf die Aussichten, ob ein Unternehmen weiterhin in der Lage ist, Dividenden aus seinem operativen Gewinn und freien Cashflow auszuschütten. Ein verengter Blick auf Spitzendividenden ist nicht sachdienlich, da sich Trends umkehren können. Und: Ein teuer gekaufter Dividendentitel bleibt eine Aktie mit zu hoher Bewertung und eher geringem Kurspotenzial. Daher sollten auch gerade europäische Titel in die engere Auswahl kommen. Denn die Bewertungen sind hier zum Teil deutlich günstiger als bei US-Titeln.
Im Fondsangebot bei der FFB steht eine große Auswahl an Fonds und ETFs für Anlegerinnen und Anleger bereit, die Dividenden mehr Gewicht im eigenen Portfolio geben möchten. Eine regionale Schwerpunktsetzung, bei der Bewertungen und Kurspotenziale in die Entscheidung einfließen sollen, ist jederzeit möglich.
Quellen:
1 Handelsblatt.com, „Tech-Verluste in den USA bremsen Asiens Börsen“, 31.1.2026
2 SPIEGEL Wirtschaft, „Gold und Silber verlieren weiter drastisch an Wert“, 2.2.2026
3 Statista/Commerzbank (Research); Unternehmensangaben; FactSet (Markterwartungen), (c) 2026
4 faz.net, „Die Dividendenpläne der deutschen Konzerne“, 23.22.2025
5 ihk.de, „Bund plant für 2026 mit Ausgaben von 525 Milliarden Euro“, 8.1.2026
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