Temperaturrekorde, Hitzewellen, Waldbrände: Der Klimawandel offenbart sich wie in den Vorjahren so auch in diesen Sommer. Sogenannte „Green Tech“ Firmen geraten daher immer mehr in den Fokus – als Lösungsanbieter, Arbeitgeber und Anlageobjekte.

Meteorologen hatten schon im Vorfeld für die nächste Hitzewelle dieses Jahres in Europa Temperaturen von über 40 Grad Celsius in Frankreich und sogar bis zu 47 Grad in Spanien vorausgesagt – mit verheerenden Folgen, wie uns die Brände rund um Bordeaux und Vororte von Madrid in den vergangenen Tagen leider immer wieder vor Augen geführt haben.

Nach Berechnungen von „ClimaMeter“, einem Konsortium französischer Wissenschaftler, hat der Klimawandel die aktuelle Hitzewelle zwei bis vier Grad schlimmer gemacht, als sie unter den gleichen Bedingungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewesen wäre (s. Grafik 1).1

Europa im Backofen

Europa im Backofen

Die Grafik zeigt die durchschnittlichen Temperaturabweichungen weltweit und in Europa in Grad Celsius, relativ zu den Durchschnittswerten von 1991 bis 2020.

Quelle: The Economist, Copernicus ERA5

Juni-Hitzewelle kostete Unternehmen über sechs Milliarden Euro

Wenn man die Hitze unmittelbar nicht ändern kann, muss man zumindest versuchen, damit zu leben. Verhaltensänderungen – wie ausreichend trinken, Anstrengungen vermeiden, Arbeiten aus dem (hoffentlich gekühlten) Home office – können unmittelbar helfen; das Bundesgesundheitsministerium hat dazu einige Vorsichtsmaßnahmen veröffentlicht.2

Mittel- und langfristig setzen aber auch immer mehr Unternehmen auf technologische Lösungen, die die Folgen des Klimawandels eindämmen oder zumindest erträglicher machen sollen. Und das aus purem Eigeninteresse: Nach Berechnungen soll allein die Hitzewelle Ende Juni deutsche Firmen über sechs Milliarden Euro gekostet haben, und zwar ausschließlich durch Produktivitätsverluste.

Ganz konkret geht aus Studien hervor, dass die Leistungsfähigkeit von Beschäftigten ab einer Temperatur von 30 Grad um drei Prozent abnimmt und sich jeder Dritte von der Hitze bei der Arbeit stark belastet fühlt.3

Die Belastung der Beschäftigten ist dabei nur eine Facette des Problems. Mit den wirtschaftlichen Folgen von Hitze wächst gleichzeitig die Nachfrage nach technischen Lösungen.

Green Tech: vielfältige Lösungen für die Folgen des Klimawandels

Solche technologischen Lösungen sind vielfältig: Sie reichen vom Einbau von Klimaanlagen in Büros über die Einrichtung von kühlen Ruheräumen bis zur Behandlung von Außenflächen mit wärmeabweisenden Oberflächen. In der Bretagne gibt es eine Firma, die einen Anstrich aus zerstoßenen Austernschalen anbietet – Gebäudeoberflächen sollen dadurch selbst bei starker Sonneneinstrahlung am Mittag vier bis fünf Grad kühler sein.

„Green Tech“ werden solche Anwendungen auch genannt: Branchen, die sich nur um Bereiche wie Energieeffizienz, Schutztechnologien, erneuerbare Energien, Wasserwirtschaft und ähnliches drehen. Und der Bedarf für ihr Angebot wächst mit jeder neuen Hitzewelle und Umweltkatastrophe.

Der, damit auch dem Klimawandel geschuldete wachsende Bedarf an solchen Lösungen führt dazu, dass Green-Tech-Betriebe ihre Belegschaften kontinuierlich aufstocken. Nach Berechnungen des Bundesumweltamtes ist der Anteil der Arbeitnehmer in Green-Tech-Firmen an der Beschäftigung in Deutschland insgesamt von 6,7 Prozent (2010) auf 7,5 Prozent (2025) gestiegen (s. Grafik 2).

GreenTech: mehr als 3,4 Millionen Beschäftigte nur in Deutschland

GreenTech: mehr als 3,4 Millionen Beschäftigte nur in Deutschland

In der Darstellung ist zu sehen, wie viele Menschen in Deutschland von 2010 bis 2023 in den Bereichen Kreislaufwirtschaft („Circular Economy“), Energieeffizienz, erneuerbare Energiesysteme, Minderungs- und Schutztechnologien, nachhaltige Forst- und Landwirtschaft, umweltfreundliche Mobilität und Wasserwirtschaft beschäftigt waren.

Quelle: Table.Briefings, 30/04/2026

Für Anlegerinnen und Anleger ist diese Entwicklung ebenfalls interessant, denn aus steigendem Anpassungsbedarf entstehen neue Märkte. Unternehmen, die Technologien für Energieeffizienz, Kühlung, Wasserwirtschaft oder Emissionsminderung anbieten, profitieren potenziell von einer dauerhaft hohen Nachfrage nach entsprechenden Lösungen aus dem Green-Tech-Bereich, die sich für Investierende lohnen können.

Nachhaltigkeit als persönliche Motivation Ihrer Kunden

Obwohl nachhaltige Investments in der Wahrnehmung gerade etwas abgetaucht sind, waren im vergangenen Jahr in Deutschland doch mehr als 3.500 Fonds mit nachhaltigen Anlagekriterien und einem Volumen von über 240 Milliarden Euro registriert. Zum Vergleich: Zehn Jahre vorher waren es kaum 250 Fonds.4 Es gibt also erfreulicherweise mittlerweile ein breites Spektrum an aktiv gemanagten Fonds, passiven und aktiven ETFs im Nachhaltigkeitsumfeld.

Die positive Wirkung, die nachhaltiges Investieren entfachen kann, bestätigen auch Sie, die unabhängigen Finanzanlageberaterinnen und -berater. So sind laut der Umfrage „Nachhaltigkeit in der Beratung“ des AfW Bundesverbandes Finanzdienstleistungen sowie des Vereins Forum Nachhaltige Geldanlagen und der Universität Kassel „persönliche Werte“ (30 Prozent) und „positive ökologische und soziale Wirkung“ (20 Prozent) die größten Motivatoren für nachhaltiges Investieren.5 Die Brücke von der Nachfrage und dem persönlich motivierten Interesse der Kundschaft zu konkreten Marktpotenzialen und Investitionschancen ist damit gebaut.

Fazit: Immer kürzer aufeinander folgende Hitzewellen, die desaströsen Folgen des globalen Klimawandels, aber zugleich auch ermutigende Lösungen aus der „Green Tech“-Branche – für die unabhängige Finanzberatung sind das, gerade wegen der Ernsthaftigkeit des Themas, wichtige Anlässe, mit der anlegenden Kundschaft ins Gespräch über nachhaltige Investments zu kommen.

GreenTech sowie nachhaltig ausgelegte Fonds und ETFs sind zusammengenommen zwei Bereiche, die aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen mit dem Interesse vieler Anlegerinnen und Anleger an Zukunftsthemen und nachhaltigen Anlagekonzepten verbinden.

Quellen:

1 Quelle: The Economist, 24/06/2026: “Global warming has made Europe’s heatwave 2-4°C worse”
2 Quelle: Bundesgesundheitsministerium, 07/07/2026: “Deutscher Wetterdienst warnt vor Hitzewelle - Bundesgesundheitsminister rät zu Vorsicht und angepasstem Verhalten“
3 Quelle: Table.Briefings, 21/07/2026: “Folgen der Hitze: Was der Klimawandel Unternehmen kostet und wie Beschäftigte geschützt werden können“
4 Quelle: Das Investment.com, 19/12/2025: “Das sind die besten ESG-Fonds 2025“
5 Quelle: AfW, 23/03/2026: „Nachhaltigkeit in der Beratung: Reform der Nachhaltigkeitsregulierung könnte Nachfrage steigern“

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